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Der Rover-Blog

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So erkennst du den Unterschied zwischen Spielen und Kämpfen bei Hunden

iStock/synthetick

So erkennst du den Unterschied zwischen Spielen und Kämpfen bei Hunden

Hund > Verhalten
Von Kailey Hansen

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  • Dieser Beitrag enthält weiterführende Links. Hier erfährst du mehr dazu.
  • Dieser Artikel ist kein Ersatz für eine professionelle, tierärztliche Konsultation.

Mit deinem Hund andere Hunde zu treffen, kann Spiel und Spaß bedeuten – bis das Ganze in einem Kampf ausartet! Zu erkennen, wann Hunde miteinander spielen oder kämpfen, ist aber gar nicht so einfach. Viele Hunde lieben es, miteinander zu balgen und raufend zu spielen, was sich in Form von Knurren, Angreifen und gegenseitig in den Nacken Beißen äußern kann. Welche Anzeichen darauf hindeuten, dass es sich nicht um ein Spiel sondern etwas Ernsthaftes handelt, sollte man allerdings wissen, damit niemandem etwas passiert. Wie erkennst du also den Unterschied?

Kontext und Körpersprache spielen laut Brian Zeman, stellvertretender Leiter und zertifizierter Hundetrainer (CPDT-KA) bei Paws Chicago, und Harleigh Poulson, zertifizierte Hundetrainerin (CPDT-KA) am VCA Willow Creek Pet Center, eine entscheidende Rolle.

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Mit ihrer Hilfe decken wir auf, worauf du achten musst, um den Unterschied zu erkennen, wie du deinen spielenden Hund überwachst und wann du dir professionelle Hilfe suchen solltest, wenn dein Hund öfter unerwünschtes Verhalten gegenüber anderen Hunden zeigt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Spielen oder Kämpfen – Spickzettel
  2. Anzeichen für einen Spielkampf
  3. Anzeichen eines echten Kampfes
  4. Überwachen spielender Hunde
  5. Sozialisierung
  6. Wann du professionellen Rat brauchst

Spielen oder Kämpfen – Spickzettel

Körperliche Anzeichen Spielen Kämpfen
Knurren X X
Aufgerichtetes Nackenfell X X
Hinfallen/Auf den Rücken werfen X
Fluchtversuch X
Zwicken/Beißen am Nacken X X
Steifer Körper X
Angelegte Ohren X
Eingezogener Schwanz X
Verbeugen X X

Anzeichen für einen Spielkampf

Es ist wichtig, die Körpersprache deines Hundes und sein Verhalten zu beobachten, um festzustellen, ob seine Interaktion mit anderen Hunden vertretbar ist. „Besitzer sollten auf Veränderungen am Rhythmus des Spiels achten und sichergehen, dass dieses ausgeglichen ist und kein Hund ständig seine Grenzen überschreitet,“ erklärt Poulson. Die folgenden Anzeichen unterscheiden ein verspieltes Herumtollen von einem echten Kampf.

Dogs playing and biting each other

iStock/Capuski

Eine lockere, federnde Körpersprache

„Normalerweise erkennt man verspielte Hunde an lockeren, wackelnden Bewegungen und einer entspannten Körpersprache, die uns zeigt, dass sie Spaß haben,“ sagt Zeman. Sie fühlen sich nicht gestresst oder bedroht, wenn sie einen anderen Hund zum Spielen auffordern. Ihre hüpfenden Bewegungen zeigen einfach nur, dass sie voller Energie und Aufregung stecken.

Spielerische Verbeugung

„Eine spielerische Verbeugung, Play-Bow genannt, sieht so aus, dass ein Hund seine Vorderbeine nach vorne streckt und seine Brust Richtung Boden senkt,“ erklärt Zeman. „Dies ist eine eindeutige Aufforderung zum Spielen. Sie soll einfach nur zeigen: „Ich bin freundlich, lass uns Spaß haben!“. Zwischen Hunden, die sich gut kennen, kann ein Play-Bow auch übertrieben und hüpfend aussehen, was Aufregung und Verspieltheit ausdrückt.“

Zeman fügt hinzu, dass eine solche Verbeugung bei Hunden, die sich noch nicht kennen, oft auch als Friedensangebot aufzufassen ist. „Ein Play-Bow kann eine Situation deeskalieren, wenn sie aus dem Ruder läuft.“

Übertriebenes Knurren oder Niesen

Durch Lautäußerungen kannst du die Stimmung deines Hundes ebenfalls gut deuten. Vielleicht erschreckst du dich, wenn dein Hund beim Toben knurrt, aber diese Laute sind möglicherweise einfach nur Teil des Spiels. Harmloses Knurren ist meist recht hoch und mit Schwanzwedeln, einem Play-Bow und entspannten Bewegungen verbunden.

Häufig kommunizieren Hunde durch Niesen, dass sie gerne spielen möchten, aufgeregt sind oder Aufmerksamkeit wollen. Verspieltes Niesen erfolgt meist schnell und leicht, begleitet von einem wedelnden Schwanz oder anderen freundlichen Verhaltensweisen. Wenn dein Hund allerdings niest und gleichzeitig den Kopf wendet oder sich von dem anderen Hund zurückzieht, kann das ein Anzeichen dafür sein, dass er eine Pause braucht.

Hinfallen

Sich auf den Rücken zu werfen, zeigt in erster Linie, dass ein Hund Spaß hat. Diese Aktion fordert andere Hunde zum Spielen auf und ist ein Zeichen für Verletzlichkeit und Vertrauen. Vielleicht beobachtest du auch, dass beide Hunde abwechselnd hinfallen oder sich auf den Rücken werfen. Das bedeutet, dass sie gerne weiter Spaß haben wollen.

„Hunde, die auf friedliche Weise miteinander spielen, wechseln sich ab: Einer jagt den einen, dann andersherum,“ sagt Poulson. „Wenn ein Hund größer oder stärker ist als der andere, sieht man oft auch, dass sich dieser selber einschränkt, also zum Beispiel auf den Boden legt, um mit dem Kleineren zu spielen, oder langsamer wird, damit der Hund mit kürzeren Beinen hinterherkommt.“

Zwei junge Hunde spielen zusammen auf einer Wiese

iStock/alexei_tm

Anzeichen eines echten Kampfes

„Ein Kampf kann entstehen, wenn nur einer der Hunde glaubt, dass noch gespielt wird,“ sagt Poulson. „Wenn der andere Hund Angst bekommt, überwältigt ist oder sich eingeengt fühlt, ist die Interaktion nicht mehr in Ordnung.“

Selbst ausgeglichene Hunde geraten in eine Art Kampfmodus, wenn sie sich bedrängt fühlen. Deshalb ist es wichtig, deinen Hund sanft aus der Situation zu entfernen, wenn er sich nicht wohl fühlt. Die folgenden Anzeichen kannst du als Warnung erkennen, dass ein echter Konflikt entsteht.

Steifer Körper mit effizienten Bewegungen

Anders als bei der entspannten, lockeren Körpersprache bei verspielten Begegnungen, sind Kämpfe angespannt und steif. „Warnsignale können ein starrer oder innehaltender Körper sein, das Anstarren des anderen Hundes, ohne sich zu bewegen, oder wenn beide Hunde sich auf die Hinterbeine aufbäumen,“ bemerkt Poulson. Wenn du merkst, dass dein Hund plötzlich erstarrt, solltest du dem Spiel ein Ende bereiten.

Aufgerichtetes Nackenfell

Hunde stellen oft ihre Nackenhaare auf, wenn sie eine Bedrohung wahrnehmen. Das ist aber auch der Fall, wenn sie beim Spielen erregt sind. Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Hund seine Nackenhaare als Schutzmechanismus aufstellt, achte auf weitere Warnsignale, zum Beispiel Lecken der Lippen, übermäßiges Hecheln und Bellen.

Geschlossene Schnauze und gekräuselte Lippen

Hunde mit glücklicher, offener Schnauze schließen diese manchmal plötzlich, wenn sie in Alarmbereitschaft sind. Dies ist in Kombination mit Knurren und Zähnezeigen ein Zeichen dafür, dass die Interaktion nicht mehr freundlich ist. Die Veränderungen der Körpersprache deines Hundes zu beobachten, hilft dir dabei zu verstehen, wenn er angespannt ist.

Angelegte Ohren und eingezogener Schwanz

Ein wedelnder Schwanz bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund glücklich ist. Manche Hunde schlagen schnell mit dem Schwanz, um andere Hunde vor dem Näherkommen zu warnen. Das eindeutigste Zeichen, dass sich ein Hund nicht wohl fühlt, ist aber ein eingezogener Schwanz. Wenn dein Hund seinen Schwanz einzieht, deutet das darauf hin, dass er Angst hat oder gestresst ist, vor allem in Kombination mit angelegten Ohren.

Fluchtversuch

Im Zuge einer angespannten Interaktion möchte der Hund, von dem der Konflikt nicht ausgeht, wahrscheinlich einfach nur weglaufen. Wenn Hunde einer Situation zu entkommen versuchen, indem sie sich hinter ihrem Besitzer verstecken, sich abwenden oder Blickkontakt vermeiden, sind das ernstzunehmende Hilferufe.

Anders als beim verspielten Jagen und Toben, bei denen sich zwei Hunde miteinander abwechseln und Spaß haben, kann es laut Poulson auch sein, dass ein Hund zu entkommen versucht, während ihn der andere gnadenlos verfolgt. Diese Unausgeglichenheit sorgt für Spannung und der flüchtende Hund bekommt das Gefühl, sich verteidigen zu müssen, wenn er keinen Ausweg findet.

iStock/Lois_McCleary

Überwachen spielender Hunde

Selbst gut sozialisierte Hunde, die seit dem Welpenalter viel Zeit mit anderen Hunden verbringen, können in Kämpfe geraten. Und nur weil zwei Hunde einen Spaßkampf miteinander austragen, heißt das nicht unbedingt, dass dieser sicher ist. In Sekundenschnelle kann sich die Situation verändern und Spielen zum Kämpfen werden.

Ein Spiel wird zum Beispiel dann ernst, wenn ein Hund die Signale des anderen ignoriert, mehr Abstand zu brauchen. Auch Unterschiede in der Körpergröße können dazu führen, dass ein kleinerer Hund sich bedroht fühlt, oder ein Hund hat Schmerzen und wird an der Stelle getroffen, die weh tut.

Da es bei jedem Spiel zu solchen Situationen kommen kann, solltest du spielende Hunde immer gut im Blick haben und auf Folgendes achten:

  • Rassenspezifische Eigenheiten, die es dem anderen Hund schwer machen, die Körpersprache zu lesen. Ein Hund mit faltigem Gesicht oder ohne Schwanz kann körperliche Signale nicht so einfach senden wie andere Rassen.
  • Gruppendynamik. Wenn mehr als zwei Hunde miteinander spielen, ist es wichtig, dass sich nicht mehrere gegen einen Hund verbünden. Selbst wenn es nur aus Spiel der Fall sein sollte, kann es sich hierbei um eine verstörende Erfahrung handeln, die auch in Zukunft Ängste auslöst.
  • Futter, Spielzeug und Kauknochen beim Spiel vermeiden. Es mag zwar lustig erscheinen, verspielten Hunden ein Leckerli oder Spielzeug zuzuwerfen, aber diese wertvollen Gegenstände können auch Bewachen von Ressourcen und besitzergreifende Tendenzen zur Folge haben.

„Eine hilfreiche Strategie sieht so aus, dass man das Spiel immer mal unterbricht,“ sagt Poulson. „Rufe deinen Hund zum Beispiel für einen kurzen Trick zu dir, dann er kann er als wertvolle Belohnung in das Spiel zurückkehren. Das ermöglicht Pausen, sorgt dafür, dass die Hunde sich ihrer Besitzer bewusst sind, und lässt dich besser einschätzen, ob beide Hunde die Interaktion noch genießen. Wenn einer nicht zum Spiel zurückkehren möchte, ist das ein klares Anzeichen dafür, dass es genug ist.“

Ein Golden Retriever und ein Malamute/Retriever spielen im Gras

iStock/EmilySkeels

So kannst du einen Hundekampf sicher unterbrechen

„Hunde signalisieren ihr Unbehagen meist, bevor das Spiel eskaliert,“ sagt Zeman. „Achte auf dezente Hinweise wie Lippenlecken, Blicke von der Seite, Erstarren oder Fluchtversuche. Wenn du ein solches Anzeichen bemerkst, trenne die Hunde ruhig voneinander, bevor das Spiel in einen Konflikt umschlägt. Hunde können wunderbar kommunizieren und unsere Aufgabe besteht daran, ihre Signale zu erkennen und zu akzeptieren.“

Wenn es zum Kampf kommt, ist deine erste Reaktion möglicherweise, deinen Hund in Sicherheit bringen zu wollen. Mischst du dich ein, kannst du allerdings auch selbst gebissen werden. Versuche, die Hunde abzulenken, bevor du intervenierst, zum Beispiel durch Händeklatschen oder anderen Lärm. Du kannst auch eine Barriere mit einem Gegenstand wie einem Karton oder anderen großen Dingen errichten, um mit deinen Händen nicht zwischen die Zähne zu geraten.

Wenn du mit diesen Versuchen keinen Erfolg hast, kannst du in letzter Instanz deinen Hund an den Oberschenkeln packen und in einer Schubkarrenposition nach hinten ziehen. Vermeide es, ihn am Halsband zu greifen, da du so möglicherweise eher gebissen wirst.

Die Bedeutung von Sozialisierung

Laut Zeman und Poulson kann eine frühe Sozialisierung deinen Hund auf friedliche Begegnungen mit anderen Hunden vorbereiten und Kämpfe vermeiden.

„Eine erste Interaktion hinterlässt einen bleibenden Eindruck, deshalb ist es wichtig, langsam vorzugehen, Hunde mit kompatiblem Spielverhalten zusammenzubringen und darauf zu achten, dass das Spiel immer positiv endet,“ erklärt Zeman. „Wenn du ruhige und freundliche Begegnungen bestärkst, hilfst du deinem Hund dabei, gesunde Assoziationen zu entwickeln, die ihn sein ganzes Leben begleiten werden.“

Poulson stimmt zu, dass es wichtig ist, früh und bedacht mit der Sozialisierung zu beginnen. Vermeide unkontrollierbare Umgebungen wie Hundeparks und konzentriere dich stattdessen auf überwachte Zusammentreffen. „Dein Ziel sollte sein, dass dein Welpe lernt, wie man richtig spielt und die Signale anderer Hunde deutet, ohne dass jemand überfordert wird.“

„Welpenkurse sind eine tolle Gelegenheit für neue Hundebesitzer,“ fügt Poulson hinzu und bemerkt, dass diese Form von Gruppentraining junge Welpen mit einer Vielfalt an Rassen und Spielverhalten zusammenführt.

Dogs of mix breeds play in the park on green grass

iStock/kontrymphoto

Wann du professionellen Rat brauchst

Die Körpersprache deines Hundes zu verstehen, ist gar nicht so einfach. Genau wie bei uns Menschen kann die Stimmung bei Hunden schwanken oder sich ihre Grenzen verändern. Außerdem zeichnen sich bestimmte Rassen, wie Boxer, Huskys und Deutsche Schäferhunde durch ein Spielverhalten und Körperhaltungen aus, die besonders schwer zu deuten sind. Frühe Anzeichen von Unbehagen können daher sehr subtil ausfallen.

Viele Hundebesitzer holen sich erste Ratschläge, indem sie ihre Videos bei Reddit hochladen. Noch besser ist es, einen professionellen Hundetrainer um Rat zu bitten, entweder per Video oder persönlich. Diese Profis bieten wertvolle Einblicke in die individuelle Persönlichkeit und Bedürfnisse deines Hundes. Außerdem erstellen sie einen Verhaltensplan, damit das Spiel zwischen den Hunden sicher bleibt.

Vor allem kann ein professioneller Trainer dir beibringen, wie du die spezifischen Signale deines Hundes lesen und für ihn einstehen kannst. Poulson weist darauf hin, dass es für Hunde wichtig ist, zu merken, dass ihre Körpersprache respektiert wird und ihre Besitzer für sie da sind, wenn sie ihre Hilfe brauchen. Je besser du darin wirst, desto stärker wird eure Bindung und dein Hund vertraut dir mehr.

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Kailey Hansen

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Kailey Hansen is a freelance writer in Chicago whose work has been published in BuzzFeed, Apartment Therapy, and more. She is a proud cat mom to a hilarious gray cat named Ollie.

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