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- Dieser Artikel ist kein Ersatz für eine professionelle, tierärztliche Konsultation.
Wie die meisten Hundebesitzer wissen, kann es ganz schön Stress auslösen, einen Welpen alleine zu Hause zu lassen. Man macht sich Sorgen, ob er sich wohlfühlt, ob er sicher ist… und ob die Dinge im Haushalt sicher sind. Ein paar Grundregeln können dir die Sorgen nehmen und festlegen, wie und wann du deinen Welpen alleine lassen kannst.
Die allgemeine Faustregel dafür, wie lange du einen Welpen sich selbst überlässt, lautet: eine Stunde pro Alter in Monaten. Doch es sollten auch noch weitere Faktoren in diese Rechnung mit hineinspielen, zum Beispiel wie stubenrein er schon ist und welche Erfahrungen ihr bisher mit dem Thema Trennung gemacht habt.
Wir haben mit Dr. Jordan Beauchamp, DVM und medizinische Leiterin bei GoodVets gesprochen, um mehr zu diesem Thema zu erfahren.
Richtlinien für Alter & Dauer
Ältere Hunde (die mindestens ein Jahr alt sind) können in der Regel bis zu sechs Stunden alleine zu Hause gelassen werden, Welpen hingegen sollten öfter nach draußen gelassen und überprüft werden. Wie oft das geschehen muss, hängt vom Alter ab, und davon wie lange der Welpe es emotional aushält, alleine zu sein, und wie oft er Pipi machen muss.
Experten empfehlen meist den folgenden Zeitplan:
- 8-10 Wochen: Unter 30 Minuten
- 10-12 Wochen: 30 Minuten bis eine Stunde (je nachdem, in welcher Angstphase sich der Welpe befindet)
- 3-6 Monate: Eine Stunde pro Alter in Monaten
- Nach 6 Monaten: Eine Stunde pro Alter in Monaten, bei maximal sechs Stunden für dafür geeignete, ältere Welpen
Den Welpen das erste Mal alleine lassen
Wenn dein Welpe mindestens acht Wochen alt ist und sich gut an seine neue Umgebung gewöhnt hat, solltest du damit beginnen, ihn für kurze Phasen alleine zu lassen. Das solltest du tun.
- Füttere deinen Welpen, verschaffe ihm Bewegung und lass ihn draußen Pipi machen.
Futter, Wasser und eine Pipi-Pause helfen bombensicher. Aber Beschäftigung ist ebenso wichtig, damit sich dein Welpe alleine nicht langweilt oder etwas kaputt macht. Bevor du gehst, solltest du eine Trainingseinheit oder einen Spaziergang durch die Nachbarschaft einschieben, einen Puzzle-Feeder benutzen oder eine Runde im Haus spielen, damit dein Welpe beschäftigt ist. - Schalte weißes Rauschen oder den Fernseher an.
Leise Hintergrundgeräusche, vor allem wenn du in einer Stadt oder in einer Wohnung lebst, können Alarmbellen bei plötzlichen Geräuschen verhindern. - Setze deinen Welpen in sein Körbchen oder Kiste.
Wenn das Kistentraining deines Welpen gut funktioniert, kannst du ihn auch darin lassen. Ansonsten kannst du ein Welpengehege mit gemütlicher Decke oder einem alten T-Shirt, das nach dir riecht, ein Hundekörbchen und Potty-Pads bereitlegen.
Pro-Tipp: Beobachte, wie dein Hund mit Spielzeug umgeht, da Welpen darauf kauen und Kleinteile verschlucken können. - Übt ein paar Mal, bevor du ihn wirklich alleine lässt.
Beginne nicht direkt damit, deinen Welpen ganze 30 Minuten zurück zu lassen. Bereite ihn stattdessen mit kurzen Übungsabschieden darauf vor, um besser abschätzen zu können, wie dein Welpe damit umgeht. Eine Haustierkamera kann dafür sorgen, die Reaktionen deines Welpen zu überwachen.

Trainiere mit deinem Welpen das Alleinsein
Wenn sich dein Welpe damit schwer tut, alleine zu bleiben, kann ein Trennungstraining helfen. Das Ziel besteht darin, für kurze Zeitabschnitte wegzugehen und dabei diese Abschnitte immer weiter zu verlängern, ohne deinen Vierbeiner zu traumatisieren. Wenn du versuchst, das Thema schneller anzugehen, als es dein Welpe ertragen kann, führt das mit der Zeit möglicherweise zu noch größeren Problemen wie Trennungsangst bei Welpen.
Das solltest du tun.
1. Arbeit mit Kistentraining
Wenn sich dein Welpe nicht gut in seiner Kiste entspannen kann, wenn du zu Hause bist, wird ihm das auch nicht gelingen, wenn du nicht da bist. Übt das Kistentraining, bis du sicher bist, dass dein Welpe zufrieden in seiner Kiste bleibt.
Stelle sicher, dass die Kiste die passende Größe hat, und arbeite dann am Aufbau positiver Assoziationen, indem du deinen Welpen darin fütterst und ihn mit Kaugegenständen, Spielzeug und Leckerlis belohnst, wenn er sich darin befindet. Du kannst es auch mit Spielen in der Kiste probieren.
2. Entwickeln eines Trennungstrainingsplans
Damit es deinem Welpen leichter fällt, alleine zu bleiben, solltest du die Angelegenheit besser ruhig angehen. Probiere es mit dem folgenden Zeitplan:
1. bis 3. Tag: Beginne damit, deinen Welpen an Abschiede zu gewöhnen, indem du ihn an seinen Platz setzt und dann für ein paar Sekunden zur Zeit aus seinem Blickfeld gehst. Der Befehl „Bleib“ kann dabei helfen. Wiederholt diese Übung, bis du ihn eine Minute lang alleine lassen kannst, ohne dass es ihn stört.
4. bis 7. Tag: Verlängere die Zeit, in der du weg bist, aber nur um jeweils ein paar Sekunden. Wenn dein Welpe Anzeichen von Unbehagen zeigt, gehe wieder an einen Punkt zurück, an dem er zufrieden ist.
8. bis 14. Tag: Verlängere die Phasen immer weiter, bis du deinen Welpen für 10, 15 und schließlich 30 Minuten alleine lassen kannst, wobei du dich immer dann steigerst, wenn dein Welpe sich wohl fühlt.
Manche Welpen schaffen es schon nach wenigen Tagen, alleine zurecht zu kommen, andere brauchen etwas länger. Geduld und Anpassung an das Tempo deines Welpen sind ausschlaggebend.
3. Probiere stressreduzierende Hilfsmittel aus
„Der ThunderEase Pheromon-Diffuser kann dafür sorgen, Stress für deinen Hund zu reduzieren, indem er beruhigende Pheromone abgibt,“ sagt Dr. Beauchamp. „Ich empfehle außerdem das probiotische Nahrungsergänzungsmittel Calming Care von Purina für Welpen, die Stress- und Angstanzeichen zeigen.“
In Bezug auf Nahrungsergänzungsmittel, die du deinem Hund geben möchtest, sprichst du am besten mit dem Tierarzt, ebenso über ernstere Angelegenheiten wie Medikamente gegen Angstzustände, falls dieses Problem anhält.
Faktoren, die das Alleinsein deines Welpen beeinflussen
Die meisten Welpen empfinden die Trennung als Gewöhnungssache, es gibt aber Faktoren, die diesen Prozess einfacher oder schwerer machen können. Hierdurch wird dein Hund beim Alleinbleiben beeinflusst.
Alter
Je jünger der Hund, desto weniger Training hat er. Einem acht Wochen alten Welpe beispielsweise fällt es wahrscheinlich schwerer, alleine zu bleiben, als einem acht Monate alten Welpen. Es kann zwar zu Rückschritten kommen, insgesamt sollte dein Hund aber im Laufe der Zeit Fortschritte machen.
Tierrasse
Bestimmten Rassen, wie Shiba Inus und Maltesern, fällt es meist aufgrund ihres unabhängigen Charakters leichter, alleine zu bleiben.Rassen mit hohem Energielevel, wie Border Collies, Golden Retriever und Huskys benötigen wahrscheinlich besonders viel Bewegung, bevor sie alleine bleiben. Deutsche Schäferhunde, Samojeden und andere Hunde mit sozialer Natur brauchen möglicherweise einen langsameren Trainingsansatz, um dies zu schaffen.
Stubenreinheit
Laut Dr. Beauchamp ist die Stubenreinheit ein wichtiger Faktor darin, wie lange du deinen Welpen alleine lassen kannst. „Wenn dein Welpe zu früh zu lange für sich bleibt, kann das einen Rückschritt für das Training zur Stubenreinheit bedeuten,“ sagt sie. „Welpen benötigen einen konstanten Zeitplan und ich empfehle, sie alle zwei bis drei Stunden nach draußen zu lassen. Kleinere Rassen müssen vielleicht sogar noch öfter rausgehen.“
Futterroutine
Welpen unter sechs Monaten benötigen drei bis sechs Mahlzeiten pro Tag. Wenn du einen hungrigen Welpen zu lange alleine lässt, beginnt er möglicherweise, die Trennung mit Stress zu assoziieren. Ganz gleich in welchem Alter dein Hund sich befindet, es ist wichtig, einen Futterplan zur Hand zu haben, wenn du weggehst.
Ablenkungen durch die Umgebung
Wenn die Kiste deines Hundes zum Beispiel an einem belebten Fenster steht, wird er immer wieder in Alarmbereitschaft versetzt und kommt wahrscheinlich nicht so leicht zur Ruhe. Probiere es mit einem Soundgerät und einer Abdeckung der Kiste, um für eine stressfreie Umgebung zu sorgen.

Anzeichen dafür, dass du beim Training langsamer vorgehen solltest
Trennungsängste können sich auf Welpen und Menschen stressig auswirken. Wenn dein Hund regelmäßig die folgenden Verhaltensweisen zeigt, wenn er alleine gelassen wird, solltest du das Training verlangsamen und dir Hilfe suchen.
- Übermäßiges Bellen, Schreien oder Winseln
- Zerstörerisches Kauen oder Zerfetzen des Körbchens
- Fluchtversuche aus der Kiste
- Selbstbeißen/Selbstverletzung
- Urinieren oder Stuhlgang in der Kiste
- Übermäßiges Herumlaufen oder Hecheln
Wenn die Trennungsangst deines Welpen nicht besser wird oder zu selbstverletzendem Verhalten führt, solltest du den Tierarzt besuchen, um zugrunde liegende medizinische Probleme auszuschließen.
Wenn bei deinem Hund gesundheitlich alles stimmt, kannst du dich an einen anerkannten Trainer wenden, insbesondere Verhaltensberater. Er kann dir dabei helfen, den Ursachen für die Ängste deines Welpen auf den Grund zu gehen und einen Plan zu entwickeln: Sowohl für die aktuelle Bewältigung, als auch für die zukünftige Entwicklung.
So funktioniert ein regulärer Job mit Welpe
Es gibt Hundebesitzer, die von zu Hause aus arbeiten, andere verbringen ihren Arbeitstag jedoch auch außerhalb. Bis dein Welpe alt genug ist, um einen ganzen Arbeitstag lang alleine gelassen zu werden, solltest du eine alternative Betreuungslösung finden. Das kann in Form eines Gassi-Services passieren oder mit einer Hundetagesstätte. Manche Hundetagesstätten bieten auch Trainingseinheiten an, was ein großer Vorteil sein kann.
Wenn du über Nacht wegbleiben musst, solltest du dafür sorgen, einen vertrauenswürdigen Hundesitter zu organisieren. Ein Gassi-Service bietet sich wunderbar als Hilfe tagsüber an, über Nacht sollte ein Welpe aber nie sich selbst überlassen werden.
Während du deine gesamte Energie für deinen neuen Freund aufwendest, solltest du dich aber auch selbst nicht aus den Augen verlieren: Wenn der Welpenblues zuschlägt, kann es euch beiden gut tun, ein wenig raus zu kommen!


