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Der Rover-Blog

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Vizsla: Fakten, Pflege & wichtige Tipps


Von Susan Wyatt

Vizsla steht auf Wiese und schaut in die Ferne
iStock/EyeEm Mobile GmbH

Vizslas sind dynamische und energiegeladene Hunde, die seit Jahrhunderten von ungarischen Sportlern geschätzt werden. Man erkennt sie leicht an ihrem glatten, goldrostfarbenen Fell, den Schlappohren und einem peitschenartigen Schwanz.

Diese Hunde haben einen tief verwurzelten Jagdinstinkt und einen ausgeprägten Beutetrieb, dafür aber auch ein sanftes und sensibles Temperament. Sie reagieren sehr empfindlich auf die Stimmung und Emotionen ihrer Halter und werden aufgrund der starken Bindung zu ihren Menschen häufig als „Kletten“ bezeichnet.

Vizslas sind sehr anhänglich und stecken voller Energie. Am liebsten sind sie an deiner Seite und eignen sich wunderbar als Wandergefährten, Laufpartner oder Agility-Champions. „Sie sind eigentlich zu allem bereit,“ so Kathy Rust vom Vizsla Club of America. „Sie sitzen gerne auf dem Surfbrett, erleben Abenteuer oder begleiten dich beim Drachenfliegen. Was es auch ist, sie sind gerne dabei.“

Erfahre hier mehr über den vielseitigen Vizsla (auch Ungarischer Vorstehhund), um herauszufinden, ob diese faszinierende Rasse etwas für dich ist!

Inhaltsverzeichnis

  1. Wichtige Fakten
  2. Körperliche Merkmale
  3. Geschichte der Rasse
  4. Temperament & Persönlichkeit
  5. Gesundheit & Lebenserwartung
  6. Pflege & Betreuung
  7. Ideale Umgebung
  8. Ist ein Vizsla der richtige Hund für dich?

Wichtige Rassenmerkmale & Fakten

Größe: 53 bis 60 cm

Die Rüden erreichen in der Regel eine Größe von 55 bis 60 Zentimetern, Hündinnen 53 bis 57 cm.

Gewicht: 20 bis 27 kg

Männliche Vizslas bringen zwischen 25 und 27 Kilo auf die Waage, weibliche Tiere 20 bis 25 Kilo.

Rassengruppe: Sporthund

Laut Rassengruppierung des American Kennel Club (AKC) sind Vizslas Sporthunde. Der vielseitige Jagdhund ist für lange Tage in der Natur an der Seite des Jägers geeignet.

Häufige Farben: Goldrost, Goldrot, Rotgold, Rostrot, Rostgold, Sandgelb

Das Fell des Vizslas kann variieren, vor allem kennt man ihn aber mit einer typischen Färbung in Goldrost. Manche Hunde haben auch weiße Markierungen, meist in Form eines kleinen Flecks auf der Brust.

Fellausfall: Moderat

Vizslas haben kurzes, glattes Fell, das in mäßigen Mengen ausfällt.

Bellen: Mäßig

Vizslas sind keine übermäßige Kläffer. Es kann aber sein, dass sie durch Bellen auf Besucher aufmerksam machen, Aufregung oder Langeweile ausdrücken.

Energielevel: Hoch

Die energiegeladenen Vizslas wurden als aktive Jagdhunde gezüchtet und brauchen jeden Tag eine Menge Bewegung.

Temperament: Energiegeladen, liebevoll, loyal

Der energiegeladene, aber anhängliche Vizsla ist ein treuer Freund, der eine starke Bindung zu seinem Menschenrudel aufbaut. Zufrieden ist er dann, wenn du ihn mit einem Apportierspiel beschäftigst oder einfach Zuhause mit ihm auf der Couch entspannst.

Gesundheit: Allgemein gesund, aber anfällig für manche Krankheiten

Zu den häufigsten Erkrankungen gehören Hüftdysplasie, bestimmte Krebsarten, neurologische Störungen, Autoimmunerkrankungen, Allergien und Harnwegsprobleme.

Stärke: Stark und wendig

Vizslas sind starke, sportliche Hunde mit muskulösen Körpern und Ausdauer, so dass man sie auch auf längere Märsche mitnehmen kann. Sie sind schlank und leichtfüßig, robust und gleichzeitig anmutig.

Freundlichkeit: Liebevoll und sensibel

Vizslas werden nicht umsonst als „Kletten“ bezeichnet. Sie möchten am liebsten den ganzen Tag mit dir verbringen. Diese sensiblen Hunde kommen besonders gut mit positivem Bestärkungstraining klar.

Vizsla sitting on grass
iStock/Anna Pozzi

Körperliche Merkmale

Vizslas sind schlanke, mittelgroße Hunde mit langer, kantiger Schnauze, Schlappohren und einem schmalen Schwanz. Die Rasse wiegt in der Regel zwischen 25 und 27 Kilo und erreicht eine Größe zwischen 55 und 60 Zentimeter, wobei Hündinnen in der Regel etwas kleiner und leichter sind.

Vizslas erkennt man an einer einfachen Farbgebung, die sich durch einen goldenen Rostton auszeichnet. Ihr Fell wird manchmal auch als „selbstreinigend“ bezeichnet. Es ist kurz, glatt und besitzt kein Unterfell, so dass die Pflege sehr einfach ausfällt. Hundebesitzer sind sich einig, dass das Fell selten unangenehm riecht und diese Hunde sich oft selbst putzen, ganz ähnlich wie Katzen. Da sie kein Unterfell besitzen, sind Vizslas allerdings anfälliger bei alten Temperaturen.

Geschichte der Rasse

Die nach dem ungarischen Wort für „Vorsteher“ benannten Vizslas stammen wahrscheinlich von ungarischen Jagdhunden aus dem achten Jahrhundert ab. Man glaubt, dass ihre Vorfahren den magyarischen Stämmen im Karpatenbecken schon vor über tausend Jahren als Gefährten dienten. Diese Hunde arbeiten im Team mit ihren Jägern und sind bis heute als absolut anhänglich bekannt.

Später dienten Vizslas als Begleithunde von Kriegsherren und Baronen, wobei die aristokratischen Großgrundbesitzer sorgsam auf die Entwicklung der Rasse achteten. Vizlas galten als einzigartige Kombination aus Sporthund und treuem Begleiter Zuhause, der seine Besitzer nachts warmhalten konnte.

Rust fügt hinzu, dass Vizlas dafür bekannt sind, gerne mit unter der Decke zu schlafen. Die Menschen damals sahen es in der Nacht als Vorteil an, so viele Hunde wie möglich mit ins Bett zu nehmen, je nachdem wie niedrig die Temperaturen gerade waren. Laut Rust spendeten Vizslas den Menschen des Nachts in den kalten Burgen Wärme und auch heute ist dieses Verhalten noch zu beobachten. „Ihr Lieblingsplatz ist unter deiner Bettdecke,“ sagt sie.

Jagd- und Schießhunde

Vizslas eignen sich wunderbar als Begleithunde bei der Jagd. Sie sind geschickt darin, Jäger auf Beute aufmerksam zu machen, haben einen hervorragenden Geruchssinn und ein Talent zur Fährtensuche. Sie werden eingesetzt, um Tiere an Land und im Wasser aufzuspüren und zu apportieren, insbesondere Wasservögel. Ihre „sanfte Schnauze“ oder vorsichtiger Griff sorgt dafür, dass sie die Vögel zum Jäger bringen, ohne das Gefieder zu beschädigen.

Vizsla running on trail with backpack on
iStock/FiN85

Temperament & Persönlichkeit

Vizslas sind energiegeladene Hunde, die täglich eine Menge Auslauf benötigen, aber am liebsten natürlich mit dir zusammen. Diese Rasse fühlt sich eng mit ihren Menschen verbunden und lebt vom ständigen Körperkontakt und Bestätigung, was zu schwerwiegender Trennungsangst führen kann, sollte dies nicht erfüllt werden.

Am besten sind diese Hunde in aktiven Haushalten aufgehoben. Da die Vizslas für lange Tage auf dem Feld gezüchtet wurden, benötigen sie mindestens 45 bis 60 Minuten ausdauernden Auslauf am Tag, in Form von Rennen, Wandern oder herausfordernden Aktivitäten wie Agility.

Diese Hunde sind zudem sehr flink. Wie Rust betont, sind sie ähnlich wie Katzen dazu in der Lage, horizontal wie vertikal zu springen. „Es kann sein, dass sie mitten in der Küche stehen und plötzlich direkt auf der Arbeitsplatte sitzen,“ fügt sie hinzu.

Wenn Vizslas nicht ausreichend körperliche Stimulation bekommen, suchen sie sich möglicherweise eine andere Beschäftigung, was sich in destruktiven Verhaltensweisen äußern kann. Sie sind neugierig und erkunden gerne alles, was ihre Nasen entdecken.

Vor allem möchten sie dir aber gerne gefallen und sind sehr wissbegierig. „Sie möchten alles gerne ausprobieren, bis sie merken, dass es nicht unbedingt deinen Vorstellungen entspricht,“ merkt Rust an. Diese intelligenten Hunde zeigen auch im Erwachsenenalter ein verspieltes und fast an Welpen erinnerndes Verhalten, was sie zu unterhaltsamen Begleitern in jedem Alter macht.

Gesundheit & Lebenserwartung

Vizslas haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren. Mit ausreichend Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßigen Untersuchungen beim Tierarzt können sie ein langes und gesundes Leben führen. Allerdings gibt es ein paar gesundheitliche Probleme, auf die du achten solltest.

Krebs

Vizslas sind anfällig für Krebsarten wie Lymphome (eine sehr gut behandelbare, wenn auch kostspielige Krebserkrankung) und Hämangiosarkom, blutende Tumore, die sich meist in der Milz bilden, sowie Mastzelltumore. Regelmäßige Untersuchungen helfen dabei, diese Krebsarten zu erkennen. 

Idiopathische Epilepsie

Diese neurologische Störung tritt meist als Erberkrankung in Form von Anfällen auf, vor allem im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Medikamente können dafür sorgen, die Anfälle zu kontrollieren.

Autoimmunerkrankungen

Die entzündliche Polymyopathie bei Vizslas ist eine schwere Krankheit, die Muskelschwund, Schluckbeschwerden und übermäßigen Speichelfluss verursacht. Bei rechtzeitiger Diagnose kann die Erkrankung mit Medikamenten kontrolliert werden.

Hüftdysplasie

Hüftdysplasie handelt es sich um eine genetische Erkrankung, die Missbildungen am Skelett verursacht. Zu den Symptomen gehören Humpeln, Steifheit und Schwierigkeiten beim Stehen. Sie können schon im Alter von vier Monaten auftreten. Die Krankheit ist nicht heilbar, du kannst aber Maßnahmen ergreifen, um es deinem Hund leichter zu machen. Gesundheitschecks sind ebenfalls zu empfehlen.

Allergien

Allergien gegen Futter, Pollen, Schimmer oder Staub können zu Juckreiz auf der Haut von Vizslas führen. Diese „Atopie“ ist bei Vizslas meist an den Pfoten, am Bauch, in den Hautfalten und an den Ohren zu erkennen. Häufige Anzeichen sind Lecken, Reiben und Ohreninfektionen, wobei es hierfür verschiedene Behandlungsarten gibt.

Hyperurikosurie

Diese genetische Erkrankung führt zu einer übermäßigen Konzentration von Harnsäure im Urin des Hundes, die Nieren- oder Blasensteine zur Folge haben kann. Zu den Symptomen gehören Schwierigkeiten beim Urinieren, Lethargie und Wasserlassen an falschen Stellen. Bei einer Behandlung werden die Nieren- oder Blasensteine ausgespült. Gentests können feststellen, ob ein Hund die mit dieser Störung zusammenhängenden Gene in sich trägt.

Dog digging in grassy field, head buried in hole
iStock/Kurt Pas

Pflege & Betreuung

Die Fellpflege bei Vizslas erfordert nicht viele Maßnahmen, anders sieht es bei ihrem Bewegungsbedarf aus. Sie sind extrem intelligent und können sich daher schnell langweilen. Trotzdem sind sie begierig darauf, dir zu gefallen, und sehr gut zu trainieren. Auf diese Bereiche solltest du besonders achten:

  • Trennungstraining. Es ist wichtig, deinem Vizsla beizubringen, alleine zu sein. Diese Hunde hängen oft am Rocksaum ihrer Menschen und können es gar nicht leiden, von ihnen getrennt zu sein.
  • Umgang mit dem Jagdtrieb. Vizslas haben außerdem einen ausgeprägten Jagdtrieb, der durch Training bewältigt werden kann. Wenn du ihnen beibringst, durch Ablenkungen zu Entspannung zu finden, hilft diese Art von Ausschalter, ihr Jagdverhalten in den Griff zu bekommen.
  • Verhaltensweisen mit der Schnauze. Wie viele Retriever sind Vizsla-Welpen sehr auf ihre Schnauzen fokussiert, weshalb du frühzeitig daran arbeiten solltest, um zu verhindern, dass Beißgewohnheiten entwickelt werden.
Bewegungsbedarf: Hoch

Vizlas benötigen mindestens 45 bis 60 Minuten kraftvollen Auslauf am Tag. Sie sind hervorragende Joggingpartner, wobei man hierfür warten sollte, bis sie komplett ausgewachsen sind (nach etwa 1,5 Jahren), damit ihre Gelenke nicht geschädigt werden. Währenddessen kann man die Zeit nutzen, um die Hunde ans Wasser zu gewöhnen. Diese Hunde sind hervorragende Schwimmer , was sie ihren Schwimmhäuten an den Pfoten zu verdanken haben.

Fellpflege: Gering

Vizslas sind ganz einfach zu baden, da sie quasi direkt im Anschluss wieder trocken sind. Ihr kurzes, glattes Fell ist relativ pflegeleicht und muss höchstens ab und zu gebürstet werden. Hinzu kommt die grundlegende Körperpflege (Krallen, Zähne, Ohren, Augen).

Trainierbarkeit: Sehr gut trainierbar

Vizslas sind sehr sensibel und reagieren am besten auf positive Bestärkungsmethoden. Sie lernen unheimlich schnell. Wenn man ihnen etwas ein paar Mal zeigt, haben sie es verstanden.

Mentale Stimulation: Hoch

Vizslas sind extrem intelligent und können sich daher schnell langweilen. Mentale Spiele wie Geruchsarbeit und das Verstecken von Dingen im Haus sorgen dafür, sie zu stimulieren.

Ernährung: Kein Spezialfutter

Vizlas benötigen kein Spezialfutter und fressen in der Regel sehr gut.

Vizsla dog in black leather collar sitting on a beach
iStock/Ksenia Raykova

Ideale Lebensumstände & Kompatibilität

Am besten sind Vizslas bei jemandem untergebracht, der einen aktiven und liebevollen Begleiter für sie darstellt. Mit dem richtigen Training sind sie absolut anpassungsfähige Hunde. Hundebesitzer dieser Rasse sind sich oft einig, dass das V in Vizsla für vielseitig steht.

Klima: Anpassungsfähig

Vizslas können sich an verschiedene Klimazonen anpassen, sollten aber aufgrund ihres kurzen Fells ohne Unterfell nicht länger kalten Temperaturen ausgesetzt werden. Eine Jacke oder ein Pullover sorgt dafür, dass sie draußen nicht frieren.

Umgebung: Flexibel

Solange dein Vizsla als Familienmitglied mit dir zusammenleben kann und viel gemeinsame Zeit und Aktivitäten geboten bekommt, passt er gut zu deinem Zuhause und Lebensstil.

Ideale Aktivitäten: Energiegeladene Aktivitäten

Zu den perfekten Aktivitäten für Vizslas gehören Laufen, Wandern, Joggen und Wettbewerbssport wie Dock Diving und Agility. Mental förderst du sie durch Geruchsaufgaben und Fährtensuche.

Geselligkeit: Freundlich, aber sensibel

Vizslas lieben Aufmerksamkeit, sind Fremden offen gegenüber und verstehen sich gut mit anderen Hunden. Diese Hunde sind allerdings recht sensibel, weshalb ihre Besitzer eine Menge Geduld und Verständnis für ihre Eigenheiten mitbringen sollten. Außerdem muss man bereit sein, an ihrem Selbstbewusstsein zu arbeiten, indem man sie mit Liebe überschüttet.

Kompatibilität: Anhänglich, aber stürmisch

Vizslas lieben ihre Menschen und eignen sich wunderbar als Familienhunde, sie sind allerdings stark und überschwänglich, jagen und apportieren gerne. Wenn sie nicht ordnungsgemäß trainiert und sozialisiert sind, können sie kleine Kinder schon einmal umwerfen oder beim Spielen nach ihnen zwicken.

Ist ein Vizsla der richtige Hund für dich?

Rust betont, dass man den hohen Energie- und Bewegungsbedarf eines Vizslas mit einrechnen sollte, falls man über eine Anschaffung dieses Hundes nachdenkt. Außerdem benötigen sie ständige Gesellschaft. „Sie lieben die körperliche Nähe,“ sagt sie. „Am liebsten liegen sie beim Kochen zu deinen Füßen. Eigentlich möchten sie ständig bei ihren Besitzern sein.“

Wenn ein extrem aktiver Hund, der immer an deiner Seite sein möchte, aufregend klingt und zu deinem Lebensstil passt, könnte der Vizsla genau das Haustier sein, nach dem du suchst!

Susan Wyatt

Susan Wyatt

Susan Wyatt is a writer and copy editor who loves to share stories about pets and the people who love them. She enjoys gardening, reading and playing bagpipes, and is mum to a ginger cat named Vinny (aka Yawny McYawnface).

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