Wenn du dich schon einmal mit einem wählerischen (und vielleicht auch störrischen) Kätzchen angefreundet hast, weißt du, wie besonders es sich anfühlt, ihr Lieblingsmensch zu sein. Dabei ist ein Teil biologisch bedingt. Vor 12.000 Jahren haben sich die wilden Vorfahren unserer Katzen selbst domestiziert, als sie entdeckten, dass der Mensch eine hervorragende Quelle für Nahrung und Schutz ist. Die Abhängigkeit vom Menschen bei der Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse erklärt, warum sich domestizierte Katzen heute oft für eine Bindung mit einer Person entscheiden. Falls du dich schon einmal gefragt hast, wie und warum Katzen einen Lieblingsmenschen haben, lautet die kurze Antwort: Die Liebe zu und die Wahl einer menschlichen Bezugsperson sind das Ergebnis einer Kombination aus Persönlichkeit, Mensch-Katzen-Kommunikation, Routine und Umgebung.
Im Folgenden erfährst du, welche Anzeichen ein sicheres Zeichen dafür sind, dass du der Lieblingsmensch einer Katze bist, und wie du deine Beziehung zu ihr langfristig verbessern kannst.
7 Anzeichen dafür, dass du der Lieblingsmensch deiner Katze bist
Neben den offensichtlichen und universellen Anzeichen für das Glück und die Zufriedenheit einer Katze, wie Schnurren und Milchtritt, gibt es noch einige andere subtile und unmissverständliche Anzeichen dafür, dass du der Lieblingsmensch deiner Katze bist.
Molly DeVoss, zertifizierte Trainings- und Verhaltensspezialistin für Katzen und Gründerin von Cat Behavior Solutions, beschreibt unter anderem die folgenden Anzeichen.
- Kopfstöße. Wenn deine Katze mit der Stirn gegen deine Hand, deinen Arm, deine Beine oder ein anderes Körperteil stößt, das ihr am nächsten ist, möchte sie sich dir nahe fühlen.
- Duftmarkierung. Katzen besitzen am ganzen Körper Duftdrüsen. Wenn deine Katze ihre Wangen, Pfoten oder ihren Schwanz an dir reibt, entsteht ein gemeinsames Duftprofil zur Stärkung eurer Bindung.
- Allogrooming (Fremdputzen). Wenn deine Katze versucht, dein Haar zu lecken oder zu „pflegen”, zeigt sie damit auf ihre Art deine Zugehörigkeit zu ihrer Familie!
- Zähne reiben. Einige Katzen markieren dich gerne mit ihrem einzigartigen Geruch, indem sie ihr Mäulchen, ihre Zähne und den Speichel daran an dir reiben.
- Dir ihr Spielzeug bringen. Katzen tragen ihr Spielzeug oft zu ihrem Lieblingsmenschen, wenn sie mit ihm interaktiv spielen möchten.
- Herumrollen. Wenn Katzen uns ihren verletzlichen Bauch zeigen und sich herumrollen und ihre Bäuchlein präsentieren, vermitteln sie tiefes Vertrauen.
- In deiner Nähe sein. Indem sie dir durch das Haus folgen und neben dir auf dem Sofa schlafen, zeigen Katzen dir ihre Liebe.
Warum bevorzugt meine Katze einen anderen Menschen?
Alle Besitzer mehrerer Katzen wissen um die Einzigartigkeit jeder Katze. Laut DeVoss fühlen sich Katzen jedoch im Allgemeinen zu Menschen hingezogen, die sie füttern, mit ihnen spielen, ihnen Leckerbissen geben und ihr Katzenklo sauber halten.
Außerdem bevorzugen Katzen ihrer Meinung nach eine beruhigende Präsenz, gleichbleibende Muster und vorhersehbare Bewegungen sowie eine katzenfreundliche, einladende Körpersprache.
Und schließlich beeinflusst ein Trauma nach Aussage von DeVoss auch die Fähigkeit einer Katze zur Bindung an bestimmte Menschen. Wurde eine Katze (oder ein Kätzchen) von einer bestimmten Bevölkerungsgruppe misshandelt oder vernachlässigt, fühlt sie sich in der Nähe bestimmter Menschen eher unwohl und unsicher.

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So wirst du in 5 einfachen Schritten zum Lieblingsmenschen deiner Katze
Wenn du gerade eine Katze adoptiert hast, die Katze eines neuen Mitbewohners oder Partners für dich zu gewinnen versuchst oder die Bindung zu deiner jetzigen Katze vertiefen möchtest, empfiehlt dir DeVoss folgende fünf Strategien.
1. Frühzeitige Bindung
Laut DeVoss besteht ein kritisches Zeitfenster in der frühen sozialen Entwicklung eines Kätzchens. Die ersten drei bis sieben Wochen ihres Lebens spielen eine wichtige Rolle bei der Reaktion von Kätzchen auf Menschen. Regelmäßiger Umgang und der Kontakt mit verschiedenen Geräuschen und Gerüchen können Kätzchen dabei helfen, sich zu gut angepassten, an den Menschen gewöhnten Katzen zu entwickeln.
Kätzchen, die in dieser Zeit keinen menschlichen Kontakt hatten, sind demnach zurückhaltender, misstrauisch gegenüber anderen Menschen oder sogar ängstlich. Nach Ansicht von DeVoss dauert es eine Weile, bis eine Katze das Vertrauen in alles lernt, was sie nicht in diesem Entwicklungsfenster als Kätzchen erfahren hat.
2. Aufbau einer katzenfreundlichen Kommunikation
Die besten Beziehungen zwischen Katze und Mensch entstehen, wenn du mit deiner Katze auf eine Weise kommunizierst, die sie mag. Dieser Kommunikationsstil beinhaltet jedoch nicht immer die Aufforderung zum Streicheln.
Ein Kommunikationsstil, den Katzen lieben, ist der Blickkontakt. In der Welt einer Katze vermittelt langsames Blinzeln Sicherheit und stellt keine Bedrohung dar, während das Anstarren eine provozierende Geste ist. Indem du ihre Anwesenheit anerkennst, z. B. indem du Hallo sagst und angemessenen, katzenfreundlichen Augenkontakt herstellst, zeigst du deiner Katze, dass du sie siehst und wertschätzt.
Eine andere Form der von Katzen häufig bevorzugten Kommunikation besteht im Respektieren ihres persönlichen Raums. Katzen bevorzugen das Gefühl der Kontrolle. Warte, bis deine Katze zu dir kommt und Interaktionen initiiert, und berühre oder streichle sie nicht zwangsweise an Stellen, die sie nicht mag.
3. Grenzen setzen
Wenn Katzen sich in einer Situation unwohl fühlen, ziehen sie sich nach Aussage von DeVoss lieber zurück, als sich ihr zu stellen. Aus diesem Grund verstecken sich Katzen, die sich bei Fremden unwohl fühlen, in der Regel sobald Besuch da ist.
Laut DeVoss besteht eine der besten Möglichkeiten, die Grenzen deiner Katze zu respektieren und ihr Lieblingsmensch zu werden, darin, ihre Tabuzonen zu verstehen und zu respektieren. Das bedeutet, dass du deine Hände von den Stellen fernhalten musst, an denen sie nicht gestreichelt werden möchte, z. B. Bauch, Beine und Pfoten, und auch nicht über den Kopf.
Und schließlich solltest du nicht mit Katzen interagieren, während sie schlafen, oder sie zwingen, etwas zu tun, was sie nicht tun möchten.
Wenn du ihre Grenzen verletzt hast, reagieren Katzen laut DeVoss oft mit Zurückweichen, Verstecken, Schlagen, Beißen, Kratzen oder Fauchen.

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4. Priorisierung von Qualitätszeit
Das Spielen erfordert Aufmerksamkeit und Aktivität von deiner Katze. Dadurch werden wiederum Glückshormone (EN) ausgeschüttet und die Verbindung zwischen euch beiden gestärkt.
Nach Aussage von DeVoss bieten Spiel und Beschäftigung den Katzen ein Ventil für ihre natürlichen Verhaltensweisen, wie Jagen, Klettern, Kratzen und Futtersuche. Wenn du Katzen erlaubst, diese Grundbedürfnisse zu erfüllen, vertieft das nur ihre Liebe zu dir.
Sitzplätze an erhöhten Orten, Pappkartons, Kratzbäume, Papiertüten, Katzengras, Katzenangeln, Schleckmatten und Puzzlespielzeug sind nur einige der Gegenstände, die du zur Erfüllung dieser Bedürfnisse im Haus haben solltest.
Wenn deine Katze körperliche Berührungen mag, empfiehlt DeVoss das achtsame Streicheln oder Kraulen an ihren Lieblingsstellen, z. B. an den Ohren, am Kinn und an den Wangen. Halte die Streicheleinheiten kurz und achte auf die Körpersprache deiner Katze, zum Beispiel, ob sie sich in deine Hand lehnt, um zu prüfen, ob sie mehr will oder genug hat. Und schließlich sollten du sie nur auf den Arm nehmen, wenn sie darum bitten (und das immer korrekt!).
5. Regelmäßiger Tagesablauf
Katzen sind Gewohnheitstiere. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Ein regelmäßiger Tagesablauf ist eine der einfachsten Möglichkeiten, eine Bindung zu deiner Katze aufzubauen und zu ihrem Lieblingsmenschen zu werden.
Laut DeVoss kann ein fester Futterplan das Vertrauen deiner Katze stärken. Katzen fressen naturgemäß kleine, über den Tag verteilte Mahlzeiten, weshalb Haustierbesitzer ihre Katze nach Möglichkeit vier- oder fünfmal am Tag füttern sollten.
Eine Aufteilung der Menschen, die das Frühstück und das Abendessen einer Katze geben, ist eine der einfachsten Möglichkeiten für die Entwicklung einer ebenso liebevollen und vertrauensvollen Beziehung zwischen mehreren Menschen und der Katze.

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Es braucht Zeit, um der Lieblingsmensch zu werden
Natürlich möchte man von Anfang an der Lieblingsmensch seiner Katze sein, doch ist das mitunter nicht möglich. Bei Katzen sind Vertrauen und Liebe nicht von Anfang an garantiert. Stattdessen bedarf die Beziehung einer sorgfältigen, aber lohnenden Pflege.
Wenn du sinnvolle Schritte zum Aufbau einer vertrauensvollen, liebevollen Beziehung unternimmst, wirst du im Handumdrehen zum Lieblingsmenschen deiner Katze.


