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Der Rover-Blog

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Können Hunde einen Groll hegen?

iStock/CBCK-Christine

Können Hunde einen Groll hegen?

Aktualisiert November 12, 2025 | Hund > Verhalten
Von Polly Clover

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  • Dieser Artikel ist kein Ersatz für eine professionelle, tierärztliche Konsultation.

Hattest du schon jemals das Gefühl, dein Hund würde dir die kalte Schulter zeigen, nachdem du mit ihm beim Impfen oder beim Tierarzt warst?

Hunde sind nicht auf dieselbe Weise nachtragend wie wir Menschen, erklärt Sarah Rutten, die zwangsfreies Hundetraining und Verhaltenstherapie für Hunde anbietet und Gründerin von Canine Perspective ist.

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Hunde wollen uns nicht bestrafen oder sich rächen, allerdings können sie durchaus negative Assoziationen entwickeln und verstimmt wirken, während sie diese Gefühle verarbeiten. Hunde sind allgemein sehr vergebend und anpassungsfähig, allerdings hilft es ihnen, wenn man ihnen freundlich und konsequent gegenübertritt.

Hier erfährst du mehr darüber, wie du herausfinden kannst, ob dein Hund verstimmt ist, wie lange diese Reaktion in der Regel anhält und was du tun kannst, um ihn zu unterstützen. Wir beantworten außerdem häufige Fragen, um die Emotionen deines Hundes besser verstehen zu können.

Inhaltsverzeichnis

  1. Groll bei Hunden
  2. Anzeichen
  3. Wie lange?
  4. Wie hilfen?
  5. Häufige Fragen

Wie zeigt sich ein Groll bei Hunden?

Wenn Hunde einen Groll zu hegen scheinen, ist das ihre emotionale Reaktion auf eine unangenehme Situation. „Hunde bestrafen nicht, sie beschützen,“ sagt Rutten. Ganz einfach gesagt: Dein Hund verhält sich nicht nachtragend, wenn er dich meidet oder nach einem stressigen Vorfall verärgert wirkt. Er reagiert einfach nur darauf, wie sich dieses Ereignis für ihn angefühlt hat, und schützt sich selbst vor weiterem Unwohlsein.

Beagle lying down on floor looking at camera

iStock/Tetiana Garkusha

Hunde können schlechte Laune haben und Ärger empfinden, doch meist ist dies eine Folge von Stress oder unerfüllten Bedürfnissen, zum Beispiel durch Lärm oder Hunger.

Anzeichen, dass dein Hund verstimmt ist

Wenn dein Hund ein negatives Erlebnis hatte und darauf verunsichert reagiert, kann er laut Rutten:

  • Dich ignorieren oder meiden: Vielleicht bleibt dein Hund nach einem beängstigenden Vorfall für sich oder vermeidet Blickkontakt mit dir, zum Beispiel nach einem Gewitter. Dieses Verhalten bedeutet eigentlich nur, dass er Angst hatte oder sich nicht sicher fühlt und noch nicht dazu bereit ist, wieder mit dir zu interagieren.
  • Angst oder Nervosität zeigen: Zittern, ein eingezogener Schwanz oder große Augen sind oft Anzeichen für Angst im Anschluss an eine negative Erfahrung. Der Körper deines Hundes erinnert sich in dem Moment noch daran, was passiert ist, und versucht sich selbst zu schützen.
  • Verweigern, auf dich zu reagieren: Wenn dein Hund nicht mehr auf dich hört, tut er das in der Regel nicht aus Sturheit. Meist bedeutet es, dass er sich schwer damit tut, Befehle zu verarbeiten, weil er gestresst, verwirrt oder überfordert ist.
  • Defensiv oder aggressiv reagieren: Knurren, Bellen oder Drohgebärden können durchaus vorkommen, nachdem dein Hund etwas Unangenehmes erlebt hat. Hunde reagieren beispielsweise auf andere Hunde oder Personen, die sie an eine beängstigende Situation erinnern.
  • Seinen Platz mit dem Körper blockieren oder bewachen: Sich vor Menschen oder Objekte zu stellen, kommt oft der Forderung nach Raum oder Bewachen des Eigentums gleich. Das bedeutet, dass dein Hund nach Sicherheit sucht.
  • Umhertigern oder ruhelos wirken: Wenn dein Hund ständig in Bewegung ist und es ihm schwerfällt, zur Ruhe zu kommen, deutet das oft auf Angst oder erhöhte Erregung hin. Das kann vorkommen, wenn sich der Hund unsicher fühlt, zum Beispiel nach einem Umzug in ein neues Haus oder wenn Fremde zu Besuch sind.
  • Futter nicht von bestimmten Personen annehmen: Wenn dein Hund keine Leckerlis oder Futter von einer bestimmten Person annimmt, fühlt er sich in deren Gegenwart wahrscheinlich nicht wohl.
Chien couché sur le sol observe de loin

iStock/AMR Image

Wie lange hegt mein Hund seinen Groll?

Ein Bewusstsein dafür zu haben, wie lange dein Hund seinen Groll hegt oder verstimmt bleibt, kann dir bei der Entscheidung helfen, ob du es einfach abwartest oder proaktive Schritte unternimmst, um euer Verhältnis zu verbessern.

Manche Hunde erholen sich mit der Zeit von selbst. Trotzdem kann ein bewusster Umgang mit positiven Erfahrungen und sanfter Beruhigung bei diesem Prozess helfen.

Die Dauer der Reaktion deines Hundes kann variieren, sagt Alexandra Bassett, zertifizierte Hundetrainerin und leitende Verhaltensspezialistin bei Dog Savvy.

Manche Hunde sind schon nach Minuten oder Stunden wieder ganz die Alten, vor allem wenn auf einen leicht unangenehmen Vorfall etwas Positives folgt. Ernsthaftere Vorkommnisse, wie eine Bestrafung, können Hunde tage- oder wochenlang beschäftigen.Im Falle eines Traumas oder wiederholter negativer Erfahrungen halten angstbasierte Assoziationen mitunter über Monate oder sogar Jahre an.

Folgende Faktoren beeinflussen, wie lange ein Hund seinen Groll hegt:

  • Kurzzeit- im Verhältnis zu Langzeitgedächtnis: Bedeutende emotionale Vorfälle wie Missbrauch werden langfristig im Bewusstsein des Hundes abgespeichert.
  • Vergangene Erfahrungen: Hunde, die in der Vergangenheit ein Trauma oder Vernachlässigung erfahren haben, sind möglicherweise anfälliger für Stress.
  • Instinkt und Temperament: Rasse, Sozialisierung und Charakter bestimmen, wie sich Ängste entwickeln und anhalten.
  • Kontext und Konstanz: Häufiges Auseinandersetzen mit Auslösern bestärkt womöglich die negativen Assoziationen und sorgt dafür, dass sich der Hund nicht so leicht erholt.
An anxious dog lying on a hardwood floor.

iStock/NWphotoguy

So begleitest du deinen Hund bei seinen negativen Assoziationen

Wenn sich dein Hund zurückzieht oder nach einem stressigen Erlebnis verstimmt wirkt, sind Geduld und die richtige Herangehensweise eine gute Unterstützung, damit er sich wieder glücklich und sicher fühlt.

Bassett empfiehlt die folgenden Schritte, um deinen Hund durch negative Erfahrungen zu begleiten:

  1. Identifiziere den Auslöser für seine Stimmung: Achte genau auf die Körpersprache deines Hundes. Meidet er dich? Wirkt er angespannt oder zögerlich? Überlege, welche kürzlichen Erlebnisse diese Angst oder Verwirrung verursacht haben könnten. Das ist der erste Schritt zur Besserung.
  2. Sorge für positive Assoziationen in Form von Gegenkonditionierung: Kombiniere etwas, das deinem Hund Angst macht, mit einer Sache, die er gerne mag, zum Beispiel Leckerlis, Spielzeug oder Lob. Wenn dein Hund beispielsweise verängstigt wirkt, wenn du dich ihm näherst, biete ihm ganz ruhig ein Leckerli an, um seine Reaktion von Angst in Vertrauen umzuwandeln.
  3. Vermeide Auslöser und baue langsam sein Vertrauen auf: Versuche, Geräusche, Körperhaltungen oder andere Auslöser zu vermeiden, die deinen Hund verängstigen könnten, während du sein Vertrauen wieder aufbaust. Sei stattdessen auf sanfte Weise präsent, damit er sich wohler fühlt.
  4. Setze entscheidungsbasierte Trainingsspiele ein: Durch das richtige Training hat dein Hund die Möglichkeit, selber Entscheidungen zu treffen. Das gelingt in Form von interaktivem Spielzeug, womit er in seinem eigenen Tempo spielen kann und dadurch positive Erfahrungen macht. Ihm wird so außerdem ein Gefühl der Kontrolle vermittelt und sein Selbstvertrauen gestärkt.

Häufige Fragen zu Emotionen beim Hund

Hunde können nicht in dem Sinne nachtragend sein, aber wirken in manchen Situationen vielleicht so. Die Antworten auf diese häufigen Fragen helfen dir dabei, ein besseres Verständnis für die Emotionen deines Hundes aufzubauen.

Sind Hunde nachtragend, nachdem sie körperlich verletzt wurden?

Wenn ein Hund aufgrund von Missbrauch, einer Verletzung oder anderer Erkrankungen (EN) Schmerzen hat, kann es sein, dass er so reagiert, als würde er einen Groll hegen.

Hunde, die Missbrauch erlebt haben, können mithilfe von Verhaltenstraining mit Gegenkonditionierung über diese Reaktion hinwegkommen. Wenn es ihnen körperlich nicht gut geht, sind Behandlungen beim Tierarzt und häusliche Pflege hilfreich, damit sie sich wieder erholen und emotional wohlfühlen.

Personne et chien heureux jouant dans l'herbe

iStock/Elayne Massaini

Hegen Hunde einen Groll gegenüber anderen Hunden?

Etwa 20 % der Hunde haben Angst vor anderen Hunden. Bei Interaktionen können sie Verhaltensweisen an den Tag legen, die ablehnend wirken, zum Beispiel durch Vermeiden, Knurren oder Zittern.

Hegen Hunde einen Groll gegenüber Menschen?

Je nach vergangenen Erfahrungen kann es sein, dass Hunde negative Assoziationen mit bestimmten Menschen verbinden. Wenn sich dein Hund in der Gegenwart einer bestimmten Person nicht wohlzufühlen scheint oder diese meidet, fühlt er sich womöglich gestresst oder ängstlich. Konstante positive Interaktionen können dafür sorgen, mit der Zeit wieder Vertrauen aufzubauen.

Ist mein Hund verstimmt, weil ich ihn alleine gelassen habe?

Hunde mit Trennungsängsten können großen Schaden anrichten, wenn du sie alleine lässt, oder dich ignorieren, nachdem du zurückkehrst. Es kann also durchaus so wirken, als wären sie nachtragend. Im Grund verarbeiten sie so aber nur den Stress, alleine gelassen worden zu sein, und zeigen dir, dass sie die Bestätigung brauchen, dass du wieder da bist und sie sicher sind!

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Polly Clover

Polly Clover is a freelance copywriter who enjoys writing about the good things in life. When she's not writing, she loves to travel and spend time outdoors with her dogs. She's been an animal lover her entire life, has been a pet sitter for Rover, and has volunteered for various animal shelters.

Artikelquellen
  • Amici, F., et al. (2019). The ability to recognize dog emotions depends on the cultural milieu in which we grow up. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6848084
  • Bassett, A. (2025). Persönliches Interview.
  • Malkani, R., et al. (2024). How does chronic pain impact the lives of dogs: an investigation of factors that are associated with pain using the Animal Welfare Assessment Grid. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11025458
  • McMillan, F., et al. (2014). Behavioral and psychological characteristics of canine victims of abuse. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25257564
  • Rutten, S. (2025). Persönliches Interview.
  • Salonen, M., et al. (2020) Prevalence, comorbidity, and breed differences in canine anxiety in 13,700 Finnish pet dogs. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7058607

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