- Dieser Artikel ist kein Ersatz für eine professionelle, tierärztliche Konsultation.
Humpeln beim Hund kann deutlich erkennbar sein, zum Beispiel wenn er eine Pfote beim Laufen hochhält. In manchen Fällen ist es aber nicht so leicht zu bemerken. Dein Hund könnte zum Beispiel mit einer Pfote den Boden nur kurz berühren oder durch einen unrunden Gang auffallen, wenn er mit der schmerzenden Pfote aufkommt.
Die meisten Hunde haben mehrmals im Leben mit Humpeln zu tun, sagt Dr. Daniel Dixon, Gründer und Tierarzt am North Keller Animal Hospital.
Humpeln kann plötzlich durch eine Verletzung auftreten oder sich mit der Zeit aufgrund einer Erkrankung entwickeln. Es gibt Arten von Humpeln, die sich mit der Zeit von selbst wieder legen, wiederum andere deuten auf ernsthafte Erkrankungen hin. Viele dieser Erkrankungen bessern sich bei frühzeitiger Erkennung durch eine Behandlung.
Hier erfährst du, warum dein Hund möglicherweise humpelt, wann du deinen Tierarzt um Rat fragen solltest und wie du deinem Hund im Alltag helfen kannst.
Arten von Humpeln bei Hunden
Die verschiedenen Arten des Humpelns zu verstehen, kann dabei helfen herauszufinden, warum dein Hund humpelt und ob er dringend zum Tierarzt gebracht werden sollte.
- Unvermitteltes Auftreten im Vergleich zu langsamer Entwicklung: Ein plötzliches Humpeln deutet in der Regel auf eine Verletzung hin, die zum Beispiel durch Schmutzrückstände an den Pfoten oder das Herunterspringen von Möbeln verursacht wurde. Wenn das Humpeln langsam beginnt und sich mit der Zeit verschlimmert, kann dies auf eine Krankheit wie Arthritis oder Hüftdysplasie hinweisen.
- Kurzfristiges im Vergleich zu chronischem Humpeln: Akutes oder kurzfristiges Humpeln kann aufgrund einer Verletzung auftreten, aber auch ein Anzeichen für eine chronische Erkrankung im frühen Stadium sein, zum Beispiel eine Kreuzbanderkrankung. Chronisches oder dauerhaftes Humpeln kann ein Symptom verschiedener Krankheiten darstellen. Hunde humpeln außerdem möglicherweise, weil eine Verletzung nicht behandelt wurde.
- Leichtes im Vergleich zu schwerem Humpeln: Leichtes Humpeln kann schon einmal vorkommen, eine Behandlung sorgt aber dafür, dass es sich bessert. Da schweres Humpeln auf ernsthafte gesundheitliche Probleme hindeuten kann, zum Beispiel Frakturen, Infektionen oder Knochenkrebs, sollte dringend ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.
Fünf Gründe für Humpeln bei Hunden
Dies sind laut Dr. Samantha O’Gorman, Tierärztin bei Thrive Pet Healthcare, einige der häufigsten Gründe für Humpeln bei Hunden und die zu erwartenden Genesungszeiten.
Verletzungen
Häufige Verletzungen, die Humpeln zur Folge haben:
- Verstauchungen und Zerrungen: Der Heilungsprozess dauert 10 bis 14 Tage bei entsprechender Ruhe und Pflege.
- Riss des kranialen Kreuzbandes: Hierbei ist oftmals eine Operation erforderlich. Die Genesung dauert sechs bis acht Wochen, viele Hunde entwickeln im Anschluss allerdings Arthritis.
- Knochenbrüche oder Frakturen: Der Heilungsprozess nimmt etwa sechs bis acht Wochen in Anspruch, je nachdem wie die Fraktur behandelt wurde.
- Fremdkörper in der Pfote: Der Zustand des Hundes verbessert sich in der Regel ein paar Tage, nachdem das Objekt entfernt wurde. Es kann aber sein, dass eine Narkose nötig ist, damit der Tierarzt die Stelle entsprechend untersuchen und ausspülen kann.
- Verbrennungen oder Verletzungen der Pfotenballen: Leichte Fälle verbrannter Ballen und anderer Pfotenverletzungen können in wenigen Tagen verheilen, tiefere Wunden sind mitunter eine Angelegenheit von mehreren Wochen.
- Infektionen oder Abszesse: Ein vom Tierarzt verschriebenes Antibiotikum kann innerhalb von wenigen Tagen für Besserung sorgen.
- Bandscheibenerkrankungen: Manche Hunde benötigen zur Behandlung von Bandscheibenerkrankungen eine Operation, in manchen Fällen bekommt der Tierarzt das Problem aber auch mit Medikamenten in den Griff. Die Genesungszeit reicht von sechs Wochen bis hin zu mehreren Monaten.

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Gelenkerkrankungen
Gelenkerkrankungen sind der häufigste Grund für chronisches Humpeln bei Hunden, insbesondere in Hüfte und Knien. Auch mit Behandlungen können Gelenkerkrankungen langfristig zu Beschwerden führen, die sich in Form von Humpeln zeigen.
- Arthrose: Diese degenerative Erkrankung ist eine Form von Arthritis, die mit der Zeit den Knorpel abnutzt und so zu Mobilitätseinschränkungen und Schmerzen führt. Eine frühzeitige Behandlung dämmt die Symptome ein und verbessert die Lebensqualität des Hundes.
- Aseptische Nekrose des Hüftkopfes: Bei dieser Krankheit führt eine Störung der Blutversorgung der Hüfte dazu, dass der Knochen in Mitleidenschaft gezogen wird und Humpeln die Folge ist. Viele Hunde benötigen eine Operation und die Genesung nimmt meist vier bis sechs Wochen in Anspruch. Wenn sich die Arthritis verschlimmert, sind anhaltende medizinische Versorgung und unterstützende Pflege für den Hund nötig.
Krankheiten oder Infektionen
Es gibt Krankheiten und Infektionen, die Gelenke oder Knochen direkt befallen, andere lösen großflächige Entzündungen oder Schmerzen aus. Diese Erkrankungen verbessern sich manchmal durch eine schnelle Diagnose und entsprechende Behandlungen.
- Durch Zecken übertragene Krankheiten: Eine ordnungsgemäße Behandlung von Borreliose und anderen durch Zecken übertragenen Krankheiten sorgt meist dafür, das Humpeln in wenigen Tagen zu mildern. Eine kontinuierliche Zeckenprävention unterstützt dich dabei, dass dein Hund gesund bleibt!
- Immunvermittelte Polyarthritis: Oft erleiden Hunde ohne Behandlung einen Rückfall und benötigen eine langfristige Versorgung durch Steroidmedikamente.
- Osteomyelitis (Knochenentzündung): Die Behandlung kann acht Wochen oder länger in Form von Antibiotika oder Antimykotika erfordern.
- Pododermatitis (Pfoteninfektion): Den meisten Hunden geht es innerhalb weniger Tage nach Beginn der Einnahme von topischen oder oralen Antibiotika besser. Wenn dies nicht der Fall ist, muss der Tierarzt möglicherweise eine andere Behandlung ausprobieren.
Genetische oder entwicklungsbedingte Erkrankungen
Verschiedene genetische und entwicklungsbedingte Krankheiten können Humpeln bei Hunden auslösen, insbesondere bei großen oder schnell wachsenden Rassen. Diese Erkrankungen erfordern oftmals eine langfristige Behandlung oder chirurgische Eingriffe, um Lebensqualität und Mobilität zu verbessern.
- Hypertrophe Osteodystrophie: Hierbei handelt es sich um eine entzündliche Knochenerkrankung bei Welpen. Sie müssen durchgehend mit Schmerzmitteln versorgt werden, bis ihre Skelettreife erreicht ist. Dies ist in der Regel im Alter von zwei Jahren der Fall.
- Panosteitis: Wechselnde Beinschmerzen bei großen Hunderassen können zwei bis drei Wochen andauern.
- Fehlbildung der Winkelgliedmaßen: Fehlbildungen an Gliedmaßen können während des Wachstums ausgeglichen werden. Ohne Ausgleich können diese Fehlbildungen zu Arthritis führen, was mit lebenslangem Humpeln verbunden ist.
- Patellaluxation: Diese häufige Form der Ausrenkung am Knie kann zu leichtem bis chronischem Humpeln führen. Chronische Formen der Patellaluxation können Arthritis zur Folge haben.
- Ellenbogen- oder Hüftdysplasie: Humpeln bei Hunden tritt oft auf, wenn sich die Ellbogen- oder Kniegelenke nicht richtig bilden oder wachsen. Nach einer Operation verbessert sich das Humpeln innerhalb von vier bis sechs Wochen. Manche Hunde benötigen allerdings eine lebenslange Behandlung, um die Symptome einzudämmen.

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Zugrunde liegende Gesundheitsprobleme
Es gibt einige grundlegende Gesundheitsprobleme, die zum Humpeln bei Hunden führen können, zum Beispiel Fettleibigkeit und Knochenkrebs.
Fettleibigkeit belastet die Gelenke des Hundes, was das Humpeln verschlimmern oder länger anhalten lassen kann. Ohne eine entsprechende Gewichtskontrolle kann diese Belastung chronische Schmerzen und Gelenkprobleme zur Folge haben.
Arten von Knochenkrebs wie Osteosarkome können einen schwerwiegenden Verlauf nehmen und oftmals aggressive Behandlungsformen wie Operationen, Chemotherapie und Schmerzmittel erfordern. Knochenkrebs geht mitunter mit anhaltenden oder wiederkehrenden Schmerzen einher, weshalb eine frühzeitige Betreuung durch den Tierarzt unerlässlich ist.
Anzeichen für Schmerzen beim Humpeln des Hundes
Humpeln ist oftmals nur eines mehrerer Anzeichen für Schmerzen bei Hunden. Dies können weitere Anzeichen sein:
- Veränderung der Mobilität: Veränderte Haltung, Steifheit und Probleme beim Bewegen
- Veränderung des Aktivitätslevels: Unruhe, Lethargie und keine Lust auf Bewegung
- Verhaltensveränderungen: Veränderte Lautäußerungen, sozialer Rückzug, aufmerksamkeitsheischendes Verhalten, Veränderung der Reaktion auf Berührung, Lecken oder Knabbern am Körper und Reizbarkeit
- Veränderung des Lebensstils: Appetitlosigkeit, veränderte Schlafmuster und Stuhlgang oder Urinieren im Haus
Hunden sind nicht immer Symptome anzuerkennen, wenn sie Schmerzen haben. Dr. Dixon meint beispielsweise, dass es normal ist, wenn Hunde humpeln, aber nicht jaulen. Es kann zu einem kurzen Aufheulen kommen, wenn es das erste Mal wehtut, aber im Anschluss verstecken sie ihr Unwohlsein.
Wann ein Besuch beim Tierarzt erforderlich ist
Dr. O’Gorman weist darauf hin, was beim Umgang mit Humpeln bei Hunden zu beachten ist.Tipp: Nimm ein Video von deinem Hund auf, um dem Tierarzt hilfreiche Informationen zu vermitteln.
| Beobachtung | Erforderliche Maßnahmen | Erklärung der Maßnahmen |
| Allgemeines Humpeln | Untersuchung beim Tierarzt vereinbaren und Röntgenaufnahmen in Betracht ziehen | Eine Untersuchung kann Frakturen oder andere Verletzungen ausschließen und dabei helfen, die richtige Behandlung für deinen Hund zu finden. |
| In der Pfote feststeckende Fremdkörper | Wenn möglich entfernen und beobachten | Das Entfernen des Fremdkörpers kann das Humpeln lösen. |
| Jaulen, Heulen oder Aggression bei Berührung | Direkt tierärztlichen Rat suchen | Es kann sein, dass dein Hund eine Verletzung oder Erkrankung hat, die dringend tierärztliche Hilfe erfordert. |
| Lecken, Beißen oder Knabbern an den Pfoten | Untersuchung beim Tierarzt vereinbaren | Lecken kann Infektionen oder Wunden verschlimmern. Ein Tierarzt kann eine ordnungsgemäße Diagnose stellen und eine Behandlung durchführen. |
| Geschwollene Gelenke | Direkt tierärztlichen Rat suchen | Dein Hund leidet womöglich an einer ernsthaften Gelenkerkrankung, die eine unmittelbare Diagnose und Behandlung erfordert. |
| Geschwollene Langknochen | Direkt tierärztlichen Rat suchen | Es kann sein, dass dein Hund eine Infektion oder Fraktur hat, die eine Diagnose und medizinische Behandlung erfordert. |
| Zehenberührende oder nicht belastende Lahmheit, ein ausgestrecktes Bein beim Sitzen | Direkt Hilfe suchen und Röntgenaufnahmen in Betracht ziehen | Dein Hund leidet womöglich unter einer Verletzung des kranialen Kreuzbandes. Eine frühzeitige Behandlung kann Komplikationen verhindern. |
| Wechselnde Lahmheit der Beine | Direkt Hilfe suchen, auf Infektionskrankheiten testen und Röntgenaufnahmen in Betracht ziehen | Es kann sein, dass dein Hund eine Infektion oder systemische Erkrankung hat, die dringend eine Behandlung erfordert. |
So hilfst du deinem Hund im Alltag
Es ist immer zu empfehlen, eine Diagnose vom Tierarzt stellen zu lassen, um der Ursache des Humpelns bei deinem Hund auf den Grund zu gehen. Aber es gibt auch Möglichkeiten, im Alltag dafür zu sorgen, dass es deinem Hund besser geht.

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Verändere die Auslauf- oder Bewegungsroutinen deines Hundes
Verkürze lange Spaziergänge auf kurze Pausen zum Erleichtern und Schnüffeln, empfiehlt Nicole Kohanski, Gründerin, Verhaltensexpertin für Hunde und zertifizierte Trainerin der Wiggle Butt Academy. Beschäftige den Kopf deines Hundes mit bereichernden Aktivitäten im Haus, zum Beispiel Schnüffelmatten oder Kong-Spielzeugen.
Richte einen bequemen Platz zum Ausruhen ein
Kohanski betont die Bedeutung eines gemütlichen Ruheplatzes für humpelnde Hunde. Wenn du glatte Böden in deinem Haus hast, auf denen dein Hund leicht ausrutschen kann, lege Teppiche oder Yogamatten aus. Ein unterstützendes Bett mit Rückstellschaum kann bei deinem Hund im Liegen für Erleichterung sorgen.
Investiere in Betten, Rampen und Treppen
Wenn dein Hund normalerweise auf Möbelstücke springt oder in und aus dem Auto klettert, schaffe eine rutschfeste Rampe oder Haustiertreppe an. Diese Mobilitätshilfen können die Belastung auf seine Gelenke verringern und dafür sorgen, dass sich das Humpeln des Hundes nicht verschlimmert. Orthopädische oder niedrige Betten können ihn beim Ausruhen unterstützen, damit er sich bequem bewegen kann.
Verabreiche vom Tierarzt empfohlene Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel
Dr. O’Gorman erklärt, dass Nahrungsergänzungsmittel zwar nicht direkt Schmerzen lindern, aber die Gesundheit der Gelenke fördern. Omega-3-Fettsäuren beispielsweise helfen manchen Hunden. Achte aber immer darauf, seriöse Marken auszuwählen, um hochwertige Produkte zu verwenden. Dein Tierarzt kann dir entsprechende Beispiele empfehlen.
Es kann auch sein, dass du Schmerzmittel für deinen Hund verschrieben bekommst. Die am häufigsten verschriebenen Medikamente umfassen nichtsteroidale Entzündungshemmer und Gabapentin. Je nach Intensität der Schmerzen deines Hundes kann auch ein Opioid verschrieben werden, oder andere Medikamente zur Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen.
Verhindere künftige Unfälle, die Humpeln auslösen können
Dr. O’Gorman hat einige Tipps, wie du dafür sorgen kannst, künftiges Humpeln zu verhindern:
- Raufen und Kämpfen einschränken: So kannst du Zerrungen, Verstauchungen oder andere Verletzungen verhindern.
- Hund auf Autofahrten sichern: Du verringerst die Verletzungsgefahr bei plötzlichen Bremsmanövern oder Unfällen, indem du eine Hundetransportbox oder einen Sicherheitsgurt verwendest.
- Zeit im Freien überwachen: Bringe deinem Hund bei, zu kommen, wenn er gerufen wird, um Unfälle zu vermeiden.
- Pfoten bei rauen Bedingungen schützen: Beispielsweise können Stiefel dabei helfen, die Pfoten auf heißem Pflaster, vereisten Gehwegen oder steinigen Wegen zu schützen.
- Auf eine ausgewogene, rassengerechte Ernährung achten: Ein rassengerechtes Hundefutter ist besonders bei Welpen großer Rassen zu empfehlen, deren Gelenke extrem schnell wachsen.
- Ein gesundes Gewicht des Hundes unterstützen: Fettleibigkeit kann zu Gelenkerkrankungen und langfristigen Schmerzen beim Hund führen.
- Regelmäßige, sanfte Bewegung fördern: Spaziergänge und leichtes Spielen sorgen dafür, dass die Muskeln und Gelenke deines Hundes stark bleiben.


