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Mein Hund will deinen Hund küssen: Warum Hunde einander das Gesicht ablecken

Mein Hund will deinen Hund küssen: Warum Hunde einander das Gesicht ablecken

Hund > Verhalten
Von Connie Nuxoll | Freelance Writer & Translator

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Wir lieben unsere Hunde, aber manchmal zeigen sie auch Verhaltensweisen, die wir komisch oder skurril finden. So manche Dinge, die sie tun, finden wir Menschen einfach merkwürdig. Die meisten Verhaltensweisen unserer Hunden ergeben jedoch einen Sinn, wenn man weiß, woher sie ursprünglich stammen.

Wenn du ein selbst Hundebesitzer bist oder schon einmal länger als zwei Minuten mit einem Hund zusammen warst, wirst du wahrscheinlich wissen, dass Hunde gerne an etwas oder jemandem lecken. Sie lecken lauter seltsame Dinge ab – unsere Hosen zum Beispiel oder unsere Gesichter. Sie lecken auch gerne die Gesichter anderer Hunde ab. Aber was genau veranlasst sie dazu?

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Die Tierärztin Dr. Karla Frazier teilt das Leckverhalten von Hunden in zwei Kategorien ein: es ist entweder verhaltensbedingt oder geschieht aus medizinischen Gründen. Das Ablecken anderer Hundeschnauzen fällt in die Verhaltenskategorie, und Hunde tun dies aus unterschiedlichen Gründen.

Flickr / @Holly Bertucci

Warum Welpen lecken

Wenn ein Welpe das Gesicht seiner Mutter ableckt, ist das normalerweise ein Zeichen dafür, dass er gefüttert werden möchte. In freier Wildbahn lecken Welpen das Maul ihrer Mutter ab, wenn diese von der Jagd zurückkehrt und gerade ihre Beute verzehrt hat. Das Lecken signalisiert der Mutter, dass sie einen Teil der vorverdauten Nahrung an ihre hungrigen Welpen abgeben soll. Klingt vielleicht ein bisschen eklig, ist aber sehr nützlich.

Domestizierte Welpen zeigen dasselbe Verhalten und erzielen dieselbe Wirkung, wenn sie auf feste Nahrung umsteigen. Das Lecken der Welpen ist ein untergeordnetes Verhalten, das im Prinzip bedeutet: “Bitte kümmere dich um mich.”

Warum erwachsene Hunde andere Hunde ablecken

Eine Variante dieses welpenhaften Verhaltens setzt sich manchmal bis ins Erwachsenenalter fort. Erwachsene Hunde können anderen Hunden aus verschiedenen Gründen das Gesicht ablecken:

  • aus Respekt
  • als Aufforderung zum Spielen
  • als Zeichen der Zuneigung

Respekt

Ein erwachsener Hund leckt das Gesicht eines anderen Hundes zum Beispiel ab, um anzuzeigen, dass er sich unterordnet. Mit dieser Verhaltensweise bringt der leckende Hund zum Ausdruck: “Du hast hier das Sagen und ich will dir nichts Böses.”

Wenn der Hund auf einen Artgenossen trifft, den er sehr respektiert, kommt es durchaus vor, dass er ihm das Gesicht ableckt, um ihm seinen Respekt und seine Ehrerbietung zu zeigen. Dies gilt vor allem dann, wenn der Hund, der leckt, sich dem anderen Hund unterhalb des Kinns nähert.

Wenn der Hund, dem Respekt gezollt wurde, zurückleckt, zeigt er damit an, dass alles in Ordnung ist und dass er die Unterwerfung des anderen Hundes akzeptiert.

In freier Wildbahn lecken die untergeordneten Rudelmitglieder die dominanteren Rudeltiere ab, um ihre Unterordnung zu symbolisieren. Dieses Verhalten ist wichtig, um die Rangordnung und den Frieden innerhalb des Rudels aufrechtzuerhalten.

Verspieltheit

Dein Hund kann auch das Gesicht eines anderen Hundes ablecken, wenn er signalisieren möchte, dass er zum Spielen bereit ist. Das kann er sowohl bei anderen Hunden tun, die er zum ersten Mal trifft, als auch bei Hunden, die er bereits kennt und mag. Wenn er spielen möchte, leckt er das Gesicht eines anderen Hundes und macht die typische Verbeugung, um ihn zum Spielen aufzufordern – du weißt schon: diese niedliche Pose, bei der Hunde den Hintern in die Luft strecken und die Vorderbeine auf dem Boden ablegen. Diese Pose ist das universelle Zeichen dafür, dass ein Hund spielen möchte. Wenn er dieses Verhalten mit dem Ablecken des Gesichts verbindet, signalisiert dein Hund: “Ich bin freundlich, lass uns spielen!”

Zuneigung und Bindung

Hunde lecken manchmal aber auch einfach nur, um ihre Zuneigung zu zeigen. Das gilt sowohl, wenn sie Menschen ablecken, als auch, wenn sie andere Hunde ablecken.

Lecken hilft Hunden auch, sich zu entspannen und eine tiefere Bindung aufzubauen. Die Hundetrainerin Victoria Stilwell beschreibt, dass beim Lecken Endorphine freigesetzt werden, die sowohl für den leckenden Hund als auch für den Empfänger als angenehm empfunden werden. Nicht zuletzt deshalb ist das Lecken unter Hunden ein nützliches Mittel, um die Bindung zu stärken. Wild lebende Hunde lecken ihre Artgenossen im Rudel ab, um den Zusammenhalt in der Gruppe zu sichern, der für ihr Überleben wichtig ist. Domestizierte Hunde müssen zwar nicht in Rudeln leben, um zu überleben, aber dieser Instinkt ist geblieben.

Viele Säugetiere lecken und putzen sich gegenseitig, um ihre Bindung zu verfestigen. Roger Abrantes, Autor des Buches Dog Language: An Encyclopedia of Canine Behaviour and The Evolution of Canine Social Behaviour, schreibt, dass die Fellpflege eine als “angenehme empfundene soziale Praxis” ist, die beiden Hunden hilft, sich zu entspannen.

Flickr / @Cathie V

Fazit

Wenn dein Hund gerne die Gesichter anderer Hunde abschleckt, musst du dir also keine Sorgen machen. Es mag uns vielleicht komisch vorkommen, aber dein Hund will damit vor allem Freundlichkeit, Zuneigung oder Respekt zum Ausdruck bringen. Egal, welcher Grund auch immer hinter dem Ablecken steckt – es ist auf jeden Fall nie ein schlechter. Im Gegenteil: diese Verhaltensweise ist immer ein Zeichen dafür, dass er freundlich ist und keine bösen Absichten hegt.  Und abgesehen davon ist es einfach nur niedlich anzuschauen.

Wenn dein pelziger Vierbeiner jemanden braucht, der sich um ihn kümmert, wenn du selbst mal nicht da bist, oder wenn du zusätzliche Hilfe beim Gassi gehen brauchst, dann wirst du bei Rover genau die richtige Unterstützung finden. Wir haben viele großartige Dog Walker und Hundesitter in ganz Deutschland, von denen viele auch Tages- und Urlaubsbetreuungen anbieten.

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