- Dieser Artikel ist kein Ersatz für eine professionelle, tierärztliche Konsultation.
Wahrscheinlich ist dein Bett gleich deutlich gemütlicher, wenn du es mit deinem Hund teilst. Dir fällt es zwar vielleicht leichter, zur Ruhe zu kommen und in den Schlaf zu finden, dein Hund tut sich damit aber möglicherweise schwerer – und ein unruhiger Hund kann einem die Nacht ganz schön vermiesen!
Es ist ganz normal, dass sich Hunde im Schlaf bewegen oder ihre Position verändern, sagt Dr. Antje Joslin, Tierärztin bei Dogtopia. Ständiges Hin- und Herlaufen, Jaulen oder aus dem Bett Springen deutet aber auf ein unruhiges Verhalten hin.
Hier erfährst du neun mögliche Gründe für die Unruhe deines Hundes in der Nacht. Außerdem lernst du, wie du seinen Schlaf (und damit auch deinen) verbessern kannst.
Warum sich dein Hund abends nicht hinlegen möchte
Hunde vom Schlafengehen zu überzeugen, fällt oft leichter, wenn ihre körperlichen und mentalen Bedürfnisse am Tag erfüllt wurden, so Qiai Chong, leitender Berater für Tierverhalten und Mitbegründer von Pet Coach Singapore.
Außerdem haben manche Hunde gesundheitliche Probleme, die das Schlafen zu einer unangenehmen Angelegenheit machen.
Die folgenden neun Gründe helfen dir vielleicht als Erklärung, warum Hunde nachts so ruhelos wirken.

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Angst oder Stress
Dein Hund liegt nachts zwar nicht wach, weil er an einen Mathetest oder ein Meeting bei der Arbeit nachdenkt, vielleicht ist er aber trotzdem zu gestresst oder ängstlich, um zu schlafen. Chong meint zum Beispiel, dass Hunde mit Trennungsangst oft Schwierigkeiten damit haben, im Körbchen zur Ruhe zu kommen, vor allem wenn sie ihre Besitzer dabei nicht sehen können.
Körperliche Beschwerden
Das Schlafen fällt dir wahrscheinlich schwer, wenn du Schmerzen hast, und das gilt natürlich auch für deinen Hund!
Ältere Hunde mit Arthritis beispielsweise fühlen sich vielleicht zu steif, um sich bequem hinzulegen. Hunde mit unerkannten Verletzungen könnten abgelenkt und unruhig sein und deshalb nicht in den Schlaf finden.
Neuer Ort oder Umgebung
Oft haben Menschen Probleme damit, die erste Nacht an einem neuen Ort gut durchzuschlafen, und Hunden geht es ganz genauso.
Vor allem junge Welpen leiden unter Anpassungsschwierigkeiten, wenn sie in ihr neues Zuhause eingezogen sind. Ältere Hunde hingegen haben etwas gegen Veränderungen an ihrem gewohnten Schlafplatz.
Temperaturen
Hunde schlafen nicht so gut, wenn es zu heiß oder zu kalt ist. Sie mögen eine Temperatur genau in der Mitte.
„Manchen Hunden wird es nachts zu warm und sie ziehen an einen kühleren Platz um,“ erklärt Ashley Dalton, zertifizierte Hundetrainerin bei Zoom Room Dog Training.
An kalten Winterabenden wiederum sucht dein Hund vielleicht nach einem wärmeren Plätzchen, zum Beispiel unter deiner Bettdecke!
Nicht genug Auslauf
„Übermäßige Energie kann Hunde ebenfalls wachhalten,“ sagt Chong.
Ein Hund, der am Tag nicht genug Auslauf oder mentale Stimulation bekommen hat, meint vielleicht, diese Bedürfnisse am Abend nachholen zu müssen. Also streift er womöglich zur Schlafenszeit durchs Haus oder fängt mitten in der Nacht an herumzurennen.

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Probleme mit der Blasenkontrolle
Auch nachts haben Hunde so unsere Bedürfnisse. Junge Welpen und kleinere Rassen haben kleinere Blasen, weshalb sie häufiger nach draußen gelassen werden müssen. Es kann auch sein, dass Hunde nachts mal raus müssen, weil sie zu viel Wasser vorm Schlafengehen getrunken haben oder eine Gassi-Runde direkt vorm Einschlafen benötigen.
Gesundheitliche Beschwerden
Auch gesundheitliche Probleme können die Ruhe deines Hundes beeinflussen.
Dalton ist zum Beispiel der Meinung, dass Hunde mit Magen-Darm-Beschwerden nachts möglicherweise mehrere Toilettengänge benötigen.
Hormonelle Erkrankungen wie das Cushing-Syndrom können dazu führen, dass sich dein Hund gestresst und unruhig fühlt oder er mehr Wasser trinkt. Wenn er mehr trinkt, muss er nachts auch häufiger raus.
Demenz
Kognitive Veränderungen können das Schlafverhalten von Hunden ebenfalls beeinflussen, sagt Dalton.
Hunde mit Demenz erleben oft eine Art „Sundowning“ – ein Verhalten, bei dem sie nachts aktiver sind als tagsüber. Demenz tritt bei etwa 60 % (EN) der Hunde ab einem Alter von elf Jahren auf.
Magendrehung
Auch Ruhelosigkeit kann zum Notfall werden.
Blähungen, offiziell als Magendilatation-Volvulus bezeichnet, hat unangenehme Schwellungen am Magen und Ruhelosigkeit zur Folge.
Diese Erkrankung tritt vor allem bei großen und riesigen Rassen auf. Ohne schnelle Intervention durch den Tierarzt kann sie tödlich enden, weshalb dringend auf andere Symptome geachtet werden sollte, wenn dein Hund ungewöhnlich unruhig erscheint.
Hol dir notärztliche Hilfe, wenn dein Hund:
- Sich erbricht oder stark sabbert
- Schmerzen zu haben scheint
- Blasses Zahnfleisch hat

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Wann du deinen Tierarzt bei nächtlicher Unruhe um Rat bitten solltest
Natürlich handelt es sich bei Schlaflosigkeit nicht gleich um einen Notfall. Nicht alle Hunde schlafen acht Stunden lang durch und manche tendieren dazu, nachts ganz besonders aktiv zu sein.
„Genau wie wir Menschen haben Hunde unterschiedliche Schlafmuster,“ sagt Dalton.
Manche rollen sich zufrieden auf ihrem Platz zusammen, während andere immer wieder die Position wechseln oder mehrmals in der Nacht aufstehen.
Wenn sich die Schlafroutine deines Hundes aber plötzlich verändert und dir auffällt, dass er öfter aufsteht oder allgemein nicht gut schläft, solltest du einen Termin beim Tierarzt ausmachen.
Hier teilen unsere Experten ein paar besorgniserregende Symptome und Verhaltensänderungen, auf die du achten solltest:
- Anzeichen von Stress wie Jaulen oder Herumlaufen
- Übermäßiges Hecheln
- Häufigeres Urinieren
- Erbrechen
- Veränderungen am Appetit oder Verhalten
So hilfst du deinem Hund, nachts Ruhe zu finden
Wenn dein Tierarzt gesundheitliche Ursachen als möglichen Grund für die nächtliche Ruhelosigkeit deines Hundes ausschließen kann, hilft eine Anpassung seiner Routine, seines Umfelds oder Trainings vielleicht dabei, dass er besser schläft. Diese Tipps können einen guten Anfang darstellen:
- Eine Schlafroutine etablieren: Eine regelmäßige Einschlafroutine sorgt dafür, dass dein Hund versteht, wann er zur Ruhe kommen sollte, erklärt Dr. Joslin. Vorschläge hierfür wären, ihm schon ein paar Stunden vor dem Schlafengehen sein Futter zu geben, und kurz vorher noch einmal mit ihm rauszugehen.
- Mehr Bewegung: „Ausreichend Bewegung in Form von Spaziergängen, Spielen und anderen Aktivitäten hilft Hunden, überschüssige Energie abzubauen und sie auf die Nachruhe vorzubereiten,“ sagt Chong. Schon eine oder zwei extra Spieleinheiten können einen Unterschied machen!
- Für eine ruhige Schlafatmosphäre sorgen: Achte darauf, dass es dein Hund an seinem Schlafplatz bequem und ruhig hat, damit er sich entspannen kann. Hunde, die gerne mehr Privatsphäre haben, bevorzugen vielleicht ein überdachtes Körbchen, während Hunde, denen nachts schnell zu warm wird, vielleicht lieber erhöht schlafen, um mehr Luftzirkulation zu haben.
- Eine Trainingsroutine beginnen: Wenn die Ruhelosigkeit deines Hundes auf Angst zurückzuführen ist, arbeite mit einem auf angstfreies Training spezialisierten Experten daran, neue Möglichkeiten zu finden, um ihn zu beruhigen und sein Selbstvertrauen zu stärken.

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So schläfst du besser
Ein unruhiger Hund erschwert es dir auch, den nötigen Schlaf zu bekommen.
Wenn du deinen Hund gerne bei dir im Bett schlafen lässt, kannst du diese Tipps ausprobieren, um mehr Ruhe zu bekommen:
- Für Hintergrundgeräusche sorgen: Wenn dein Hund nachts Krach macht, während er unterwegs ist, kann dir weißes oder rosa Rauschen (EN) dabei helfen, die Geräusche auszublenden. Weißes Rauschen entsteht zum Beispiel durch Luftreiniger oder Ventilatoren, weißes rosa Rauschen durch natürliche Geräusche wie Wind oder brechende Wellen. Viele Sound-Apps produzieren weißes sowie rosa Rauschen.
- Das Thermostat herunterdrehen: An kalten Abend fühlt es sich zwar sehr gemütlich an, mit deinem Vierbeiner zu kuscheln, im Frühling oder Sommer schwitzt man sich dabei aber schnell kaputt. Drehe das Thermostat herunter, installiere einen Ventilator oder investiere in eine Kühldecke, damit die Temperaturen angenehm bleiben.
- Ein besseres Bett oder Matratze kaufen: Ein größeres Bett bietet deinem Hund mehr Platz, um sich auszubreiten und es bequem zu haben, ohne dich dabei zu stören. Wenn ein Bettenwechsel keine Option für dich ist, kannst du über den Kauf einer Matratze mit Bewegungsisolierung nachdenken, damit du die Unruhe deines Hundes nicht so sehr mitbekommst.
Wenn alle Stricke reißen und du dich immer noch von der nächtlichen Unruhe deines Hundes gestört fühlst, empfiehlt Dr. Joslin eine getrennte Schlafaufteilung, zum Beispiel ein Körbchen oder Hundebett in einem anderen Zimmer.
Dir fehlt es vielleicht, mit ihm zu kuscheln, aber du hast dafür am nächsten Tag auch mehr Energie!
„Mit ein wenig Geduld und dem richtigen Ansatz kannst du deinem Vierbeiner (und dir selbst) zu einem friedlichen und ungestörten Schlaf verhelfen,“ sagt Dalton.


