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Warum wälzen sich Hunde im Gras und anderen ekligen Substanzen?

iStock/Solovyova

Warum wälzen sich Hunde im Gras und anderen ekligen Substanzen?

Aktualisiert April 3, 2024 | Uncategorized
Von Nia Martin

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  • Dieser Artikel ist kein Ersatz für eine professionelle, tierärztliche Konsultation.

Hunde lieben es einfach, zu rennen und draußen zu spielen. Aber warum wälzen sie sich bitte so gerne im Gras und anderen, ähm, unangenehm riechenden Dingen? Für das Bedürfnis nach Wälzen kann es viele verschiedene Gründe geben. Ob eine besonders schwer zu erreichende Stelle juckt oder sie einfach ihrem Instinkt folgen, Hunde betrachten das Wälzen im Gras und anderen Dingen als natürlichen Ausdruck ihrer Gefühle.

Wir selber sind vielleicht von dem Gestank, der mit dieser Vorliebe einhergeht, nicht begeistert, die Hunde selber lieben es aber einfach. Für sie riechen Dreck, Kadaver, Fisch und Seetang so richtig appetitlich! In aller Regel ist das Wälzen im Gras und anderer Materie ein völlig harmloses Hobby. Wenn dir allerdings auffällt, dass sich der Hund nach dem Wälzen an bestimmten Stellen kratzt, besonders wenn kleine Beulen (oder Würmer!) auftreten, solltest du sofort mit ihm zum Tierarzt gehen. Zwanghaftes Wälzen kann auch eine Verhaltensauffälligkeit darstellen, worum du dich kümmern solltest.

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Um mehr darüber zu erfahren, warum unsere Hunde sich so gerne im Gras wälzen, haben wir die in Los Angeles lebende Autorin und zertifizierte Hundetrainerin Nicole Ellis befragt. Sie spricht mit uns über einige der geläufigsten Gründe für dieses Verhalten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Reasons
  2. Medical Concerns?
  3. Training Tips
  4. Let Your Dog Roll
  5. Read More

Warum wälzt sich dein Hund so gerne im Gras, Dreck oder sonstwo herum?

Es gibt eine Reihe guter Gründe dafür, dass Hunde sich so gerne im Gras, Dreck und anderen unschönen Substanzen wälzen.

Natürlicher Instinkt

Als allererstes weist Ellis darauf hin, dass es sich hierbei um ein angeborenes Verhalten handelt.

„Sie benutzen das Gras quasi als großen Kratzbaum und finden das Gefühl einfach toll. Für sie ist das die natürlichste Sache der Welt!“ Laut Ellis gibt es jedoch zahlreiche weitere Gründe, warum Hunde sich in Rückenlage wälzen. Es gibt verschiedene Gründe dafür, warum sich Hunde auf dem Rücken wälzen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um ein Kommunikationsverhalten des Hundes. Dabei kann es sich um eine Geste der Unterwerfung, eine Begrüßung oder eine Aufforderung zum Spielen handeln. Und warum gerade im Gras? Na ja, das liege einfach daran, dass es sich super anfühlt und den Juckreiz lindert.

Stell dir vor, dir juckt es irgendwo am Rücken – würdest du lieber auf einer glatten Oberfläche herum rollen oder auf einer strukturierten, um die schwer erreichbare Stelle ordentlich zu massieren? Eben!

Golden Retriever, der sich im Gras wälzt

iStock/rasevicdusan

Weil er den Gestank mag

Ganz genau – je ekliger der Geruch, desto besser! Wenn du dich also fragst, warum Hunde sich mit Vorliebe ausgerechnet in Häufchen und toten Tieren wälzen: Laut Ellis liegt das daran, dass Hunde die Welt vor allem mit dem Geruchssinn wahrnehmen und erkunden. Gerüche, die wir als unangenehm empfinden, sind für sie interessant aufgrund der Informationen, die darin vermittelt werden.

Daneben gebe es aber auch Vermutungen, denen zufolge es sich um ein genetisch überliefertes Verhalten handle. „Einleuchtend erscheint vor allem die Annahme, dass es darum geht, den eigenen Geruch zu tarnen, um sowohl von Beute- als auch anderen Raubtieren unbemerkt zu bleiben“, meint Ellis. In der Tat kann man sich Situationen vorstellen, in denen es nützlich wäre, sich unbemerkt an ein Tier anzuschleichen, das man als Mittagessen vorgesehen hat, bzw. die Aufmerksamkeit großer Raubtiere nicht auf sich zu ziehen. In einem gut gepflegten Haushund von heute ist dieser Instinkt, der seinen Vorfahren womöglich das Leben gerettet hat, immer noch ausgeprägt und erklärt, warum er sich so gerne in stinkenden Substanzen suhlt.

Weil er sein Revier markieren will

Dass Hunde ihr Revier durch Urinieren markieren, weißt du bestimmt aus Erfahrung. Das Wälzen dient einem ähnlichen Zweck, wie Ellis erzählt.

Der Hund markiert dadurch die betreffende Fläche mit seinem Geruch und sendet damit eine Botschaft an andere Hunde bzw. andere Tiere. „Er sagt: Das ist mein Revier“, so Ellis. Achte mal darauf, an welchen Stellen dein Hund sich besonders gerne wälzt – vielleicht ja im eigenen Garten, auf seinem Lieblingsspaziergang oder auch im Park. Diese Stellen sieht er als sein Revier an. Möglicherweise wälzt er sich auch zu Hause auf deinem Sofa, Kissen usw. Auch damit markiert er sein Revier. Du würdest es garantiert genauso machen, wenn du ein Hund wärst.

Weil es ihn irgendwo juckt

„Für den Hund ist die Grasfläche quasi ein großer Striegel“, meint Ellis – daher eigne sie sich hervorragend zum Kratzen von juckenden Stellen. Noch besser fühlt es sich an, wenn das Gras auch noch von der Sonne schön warm ist. Da der Hund sich mit seinen Pfoten schlecht selbst am Rücken kratzen und dir auch nicht sagen kann, wo es ihn juckt, ist das Wälzen eine gute Alternative.

Du solltest jedoch abchecken, ob der Juckreiz womöglich ein Anzeichen für eine allergische Reaktion ist, die durch Futterbestandteile, Flöhe oder Umweltfaktoren ausgelöst werden kann. Wenn du also den Verdacht hast, dass dein Hund an Allergien leidet und sich deshalb so gerne im Gras wälzt, solltest du unbedingt tierärztlichen Rat einholen.

Weil es sich toll anfühlt

Dass es sich toll anfühlt, eine juckende Stelle zu kratzen, haben wir bereits festgestellt. Es gibt aber auch noch andere Gründe, die dafür sorgen, dass es ein schönes Gefühl ist, sich im Gras zu wälzen.

„Diese Grashalme, die uns so schlimm kitzeln, können bei unseren Haustieren alle möglichen nützlichen Funktionen erfüllen“, so Ellis. „Sie können lose Haare oder festsitzenden Schmutz entfernen und alles lösen, was am Fell festklebt – von Harz bis hin zu menschlichen Gerüchen.“

Eine Grasfläche zum Wälzen ist ein wahres Paradies, in dem dein Hund sich alle Wünsche erfüllen kann: Er kriegt Sonne und frische Luft, kratzt juckende Stellen und wird dabei schön sauber – oder auch schön dreckig!

Hund mit Knochen, der sich auf dem Rücken wälzt

iStock/alexei_tm

Weil er an zwanghaftem Verhalten leidet

Ähnlich wie Menschen können auch Hunde obsessives oder zwanghaftes Verhalten an den Tag legen. Wenn dir auffällt, dass dein Hund sich ständig im Gras wälzt und sich nur widerwillig zu anderen Aktivitäten bewegen lässt, leidet er womöglich an einer Zwangsstörung.

„Hunde können alle möglichen obsessiven Verhaltensweisen entwickeln, u. a. eben auch eine zwanghafte Neigung dazu, sich im Gras zu wälzen. In diesem Fall ist es am besten, dieses Verhalten umzuleiten“, empfiehlt Ellis. Wenn es mit Leckerli nicht funktioniere, sei es möglicherweise sinnvoll, einen qualifizierten Hundetrainer heranzuziehen.

Weil er seine Persönlichkeit zur Geltung bringen will

Manche Hunde sind einfach von Natur aus alberner als andere. „Manche Hunde sind weniger zu Schabernack aufgelegt und wälzen sich auch nicht so oft im Gras“, meint Ellis. Das sei jedoch keine feststehende Regel, sondern jeder Hund habe halt seinen individuellen Charakter – genau wie jeder Mensch auch. Wenn dein Hund jedoch generell zu Albernheiten neigt, ist es sehr wahrscheinlich, dass er sich auch besonders gerne im Gras wälzt.

Sollte ich meinen Hund daran hindern, sich im Gras zu wälzen?

Wenn dein Hund sich ab und zu gerne im Gras wälzt, weil es ihm Spaß macht, dann lass ihn ruhig! Wenn keine medizinischen Ursachen für sein Verhalten vorliegen, sondern er sich dabei einfach nur pudelwohl fühlt, gibt es keinen Grund, ihm diese Freude zu verleiden.

Allerdings ist es verständlich, wenn du weniger begeistert davon bist, dass er sich in Häufchen oder toten Tieren wälzt. Wenn sein Verhalten entweder zwanghaft ist oder möglicherweise eine Allergie auslöst, solltest du ihn allerdings daran hindern, sich im Gras zu wälzen. Du kannst feststellen, ob eine Allergie vorliegt, indem du deinen Hund nach dem Wälzen mit Feuchttüchern abwaschen und schauen, ob er sich dann weniger juckt.

So verhinderst du, dass dein Hund sich in ekligen Substanzen wälzt

Für den Fall, dass du deinen Hund daran hindern willst, sich im Gras oder in weniger appetitlichen Substanzen zu wälzen, hält Ellis ein paar praktische Tipps bereit:

  • Als erstes solltest du deinen Hund zu dir rufen, um ihn von seinem Verhalten abzubringen.
  • Wenn das nichts nützt, halte Leckerli bereit und versuche es noch einmal mit Rufen. Wenn er dann kommt, machst du ein paar Übungen mit ihm und belohnst ihn mit einem Leckerli.
  • Wenn er immer noch nicht hören will, nimm ihn an die Leine, führe ihn weg von der betreffenden Fläche und belohne ihn sofort, wenn er brav „Sitz“ macht oder dir Pfötchen gibt.
  • Bring deinen Hund ins Haus und spiele mit ihm, um ihn abzulenken.
  • Wenn du den Verdacht hast, dass dein Hund möglicherweise an einer Zwangsstörung leidet, hole tierärztlichen Rat ein.

Wenn dein Hund gerne draußen herumtobt, solltest du ihn nicht nur sorgfältig auf Allergien abchecken, sondern dich auch vergewissern, dass er keine Zecken und Flöhe hat.

Gelbbrauner Labrador im Gras

iStock/Vesnaandjic

Zusammenfassung

Abgesehen von Ausnahmefällen, in denen Wälzen ein Anzeichen für gesundheitliche Probleme bzw. Zwangsstörungen sein kann, ist es ein ganz normales und gesundes Verhalten, das deinem Hund viel Spaß macht.

Wenn dein Hund sich auf dem Rücken wälzt, bedeutet das in vielen Fällen einfach, dass er dir voll und ganz vertraut und gerne mit dir spielen möchte. Du kannst das als positives Zeichen für eine gute Beziehung zwischen dir und deinem Hund werten – ähnlich wie wenn er dich liebevoll anguckt, mit dem Schwanz wedelt oder sich an dich lehnt und eine Augenbraue hochzieht. Die Körpersprache deines Hundes sagt sehr viel darüber aus, wie er sich fühlt – und wie sehr er dich liebhat!

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Nia Martin

Nia Martin

Nia Martin grew up with cats, dogs, horses, and a goldfish that lived for eight years. Based in Seattle, her writing and photography have appeared in Seattle magazine, The Seattle Times, The Fold, Cascadia Magazine, and Bitterroot Magazine, among others. When not working, you can find her petting dogs and visiting her family's charismatic tabby, William of Orange.

Artikelquellen
  • Berg, P. et al. (2024). Olfaction in the canine cognitive and emotional processes: From behavioral and neural viewpoints to measurement possibilities. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0149763423004967
  • Bioć, N. et al. (2024). Preliminary Study of Scent Rolling in Captive Wolves (Canis lupus L. 1758) in Response to Olfactory Enrichment. https://www.mdpi.com/2079-7737/13/6/422
  • D’Angelo, David. (2024). Personal interview.
  • Ellis, N. (2022). Personal interview.
  • Nature's Bath Time (n.d.)  https://tpwd.texas.gov/publications/nonpwdpubs/young_naturalist/animals/natures_bath_time/
  • Stevens, J. (2024). Impulsivity as a behavioral trait in dogs.  https://dogcog.unl.edu/blog/impulsivity-behavioral-trait-dogs-2024-04-10/

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