- Dieser Artikel ist kein Ersatz für eine professionelle, tierärztliche Konsultation.
Dich frustriert das Bellen deines Hundes? Da bist du nicht allein. Manche Hunde sind von Natur aus gesprächiger als andere, deshalb ist es völlig normal für einen Hund, zu bellen, wenn er seine Bedürfnisse kommunizieren möchte. Übermäßiges oder langanhaltendes Bellen kann allerdings zum stressigen Problem werden, das sowohl Mensch als auch Tier belastet.
Hunde können im Grunde stundenlang bellen, bevor sie aufgrund von körperlicher Erschöpfung damit aufhören, allerdings bedeutet das nicht, dass sie daraus lernen, beim nächsten Mal nicht wieder so lange zu bellen. Das Problem dabei ist tatsächlich, dass Hunde, die immer wieder lange bellen, davon in der Regel weder müde noch gelangweilt werden. Das Verhalten wird viel eher weitergehen, bis du es unterbindest oder eine Alternative vorschlägst.
Dr. Jordan Beauchamp, DVM bei GoodVets und Taylor Reardon, CPDT-KA und Begleithundausbilder, sprechen darüber, warum Hunde ohne Unterlass bellen, welche Auswirkungen das auf den Hund hat und was Hundebesitzer gegen das Verhalten ihres Tieres tun können.
Bellen als Selbstbestärkung
Wenn du deinen Hund ignorierst, hält ihn das vermutlich leider nicht vom Bellen ab und ist daher nicht zu empfehlen. Beim Bellen handelt es sich um selbstbestärkendes Verhalten, was bedeutet, dass sich der Hund selbst damit belohnt, immer weiterzumachen.
Wenn dein Hund unter Stress steht, drückt er sich möglicherweise so aus, um seine Angst in den Griff zu bekommen. Merkt dein Hund, dass er sich durch das Bellen besser fühlt, wird er vermutlich nicht damit aufhören.
Dies sind weitere häufige Verhaltensweisen zur Selbstbestärkung:
- Graben und Scharren
- Zwanghaftes Lecken
- Springen
- Apportieren
Was passiert, wenn ein Hund zu lange bellt?
Für Hunde ist das Bellen eine natürliche Art der Kommunikation in Bezug auf unzählige wichtige Dinge. Die meisten Tierärzte und Hundetrainer sind sich daher einig, dass ein gewisses Maß an Bellen gesund ist. Übermäßiges, ständiges Bellen ist jedoch weder für Hunde noch Menschen gut. Es kann auf ein grundlegendes Gesundheitsproblem hinweisen und zu einer Gefahr für das Wohlbefinden des Hundes werden, wenn sich nicht darum gekümmert wird.
Körperliche Auswirkungen von anhaltendem Bellen auf Hunde:
- Belastung der Stimmbänder
- Belastung von Hals- und Nackenmuskulatur
- Verdauungsprobleme
Psychologische Auswirkungen von anhaltendem Bellen auf Hunde:
- Erhöhter Stress
- Reizbarkeit
- Belastung der gesunden Beziehung zwischen Mensch und Hund
Übermäßiges Bellen kann potenziell auch rechtliche Folgen haben. In manchen Städten gibt es örtliche Verordnungen, die Geldstrafen für Lärmbelästigung verhängen, insbesondere wenn das fortwährende Bellen nachts vorkommt.
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Darum bellen Hunde ohne Pause
„Hunde bellen aus vielen verschiedenen Gründen,“ verrät Reardon. „Sie bellen, wenn sie etwas von uns wollen, uns zum Spielen anregen möchten, wenn sie aufgeregt sind, vor jemandem oder etwas Angst haben oder frustriert sind. Der Ursache von unangemessenen Verhaltensmustern auf den Grund zu gehen, ist der erste Schritt, um diese zu durchbrechen.“
Wenn dein Hund ohne Pause bellt, könnte er folgende Dinge kommunizieren:
Stress oder Angst
„Stress und Angst sind wichtige Faktoren, warum dein Hund bellen könnte,“ sagt Dr. Beauchamp. „Wenn dein Hund unter Trennungsängsten leidet, bellt er vielleicht, um sich selbst zu beruhigen, wenn du nicht Zuhause bist. Für diese Art von Verhalten gibt es ein spezielles Training.“
Bitte um Aufmerksamkeit
Mentale Anregung und körperliche Bewegung sind für ein gesundes Hundeleben von größter Bedeutung. Wenn dein Hund kein Spielzeug hat, das ihn interessiert, oder wenn er nicht genug Auslauf an der frischen Luft hatte, kann es sein, dass er anfängt, verrückt zu werden. Bellen kann auch ein Zeichen von Langeweile sein.
Angst oder Frustration
Mit seinem Gebell kann dein Hund auch versuchen, zu kommunizieren, dass er Angst hat oder aufgeregt ist. Ob er einen anderen Hund auf der anderen Seite vom Zaun gesehen hat, zu dem er nicht gelangen kann, oder wenn ihn die Anwesenheit einer fremden Person stört, drückt er sich vielleicht so aus und es fällt ihm schwer, damit aufzuhören.
Fehlende Sozialisierung
Von anderen isoliert lebende Hunde fühlen sich möglicherweise überfordert, wenn sie mit anderen Hunden konfrontiert werden. Die sichere Sozialisierung deines Hundes bereitet ihn so früh wie möglich auf Zusammentreffen mit fremden Menschen, Orten und Tieren vor.
Kognitive Gesundheitsprobleme
„Eine kognitive Erkrankung wie Demenz kann zu übermäßigem Bellen führen,“ erklärt Dr. Beauchamp. Wenn dein Hund älter ist und es keine offensichtliche Ursache für sein Bellen gibt, könnte ein Besuch beim Tierarzt eine gute Idee sein.
Training bewegt nichts gegen so eine Alterserscheinung, sagt Dr. Beauchamp, aber es gibt Dinge zur Unterstützung wie eine Anpassung der Ernährung (sie empfiehlt vor allem das Bright Mind Hundefutter von Purina).

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So reagierst du auf übermäßiges Bellen
Wenn ein selbstbestärkendes Verhalten zur störenden Gewohnheit wird, hilft bei der Veränderung des Verhaltens deines Hundes vor allem ein positives, angstfreies Training.
Reardon spricht von zwei Reaktionsmöglichkeiten:
- Bewältigungsmodus: Das bedeutet, dass du deinen Hund von den Reizen trennst, die das Bellen auslösen, damit diese schlechte Angewohnheit nicht noch schlimmer wird
- Trainingsmodus: Hierbei verfolgst du aktiv ein Training, um die Häufigkeit des Bellens einzuschränken und diese Verhaltensweise gegen eine positive Alternative einzutauschen
Klickertraining sowie Futterbelohnungen sind die besten Möglichkeiten, um einem Hund das Bellen abzugewöhnen. Du könntest zum Beispiel ein Geräusch in einem anderen Raum machen und mit dem Klicker und einer Belohnung arbeiten, wenn dein Hund das Bellen unterbricht, um zu lauschen. Mit der Zeit kannst du einen Befehl integrieren, um deinem Hund beizubringen, auf Kommando ruhig zu sein.
„Das Training bei übermäßigem Bellen kann schwierig sein,“ gibt Dr. Beauchamp zu, „die Arbeit mit einem Verhaltensspezialisten ist deshalb in manchen Fällen sehr hilfreich.“
„Der Trainer kann dafür sorgen, dass du Trainingstechniken und Bewältigungsstrategien so effektiv wie möglich umsetzt,“ fügt Reardon hinzu. „Er kann dir beibringen, wie ein praktisches Training funktioniert, und den Plan deines Hundes nach Bedarf anpassen.“



