- Dieser Artikel ist kein Ersatz für eine professionelle, tierärztliche Konsultation.
Das Vestibularsyndrom kann bei Hundebesitzern große Sorgen auslösen. Gerade ging es deinem Hund noch gut und plötzlich hängt sein Gesicht und er schafft es nicht, stehen zu bleiben. Das unmittelbare Auftreten des Vestibularsyndroms kann für Hundebesitzer Anlass zu Sorge sein. Viele gehen davon aus, ihr Hund hätte einen Schlaganfall.
„Beim Vestibularsyndrom handelt es sich um eine Störung des Gleichgewichtszentrums beim Hund, zu dem auch das Innenohr gehört,“ erklärt Dr. Shannon Barrett, Tierärztin und Inhaberin von Island Veterinary Care.
Das Vestibularsyndrom ist zwar beängstigend, in der Regel aber nicht mit Schmerzen verbunden, fügt sie hinzu. Die meisten Hunde erholen sich dank der Geduld und fürsorglichen Pflege durch den Tierarzt wieder. Das Vestibularsyndrom tritt zwar eher bei älteren Hunden auf, das bedeutet aber nicht, dass junge Hunde immun sind.
Erfahre hier mehr über die Arten des Vestibularsyndroms, Symptome, verschiedene Behandlungsformen und langfristige Pflegeoptionen.
Was sind die Symptome des Vestibularsyndroms?

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Laut Dr. Barrett gehören folgende zu den häufigsten Anzeichen für das Vestibularsyndrom bei Hunden. Wenn dir eines dieser Symptome auffällt, wende dich sofort an einen Tierarzt.
- Geneigter Kopf: Wenn sich der Kopf des Hundes zu einer Seite neigt, deutet das oft auf Gleichgewichtsstörungen hin.
- Ungewöhnliche Augenbewegungen: Unnormale, unfreiwillige Augenbewegungen sind ein häufiges Anzeichen für das Vestibularsyndrom.
- Schlechte Koordination: Hunden, die am Vestibularsyndrom leiden, fehlt es oft an der willkürlichen Koordination ihrer Muskelbewegungen. Dies zeigt sich unter anderem durch Taumeln, Hinfallen oder Tendieren zu einer Seite.
- Übelkeit und verminderter Appetit: Da das Vestibularsyndrom Schwindel und Übelkeit verursachen kann, verweigern viele Hunde das Fressen.
- Gesichtslähmung: Hängen und Erschlaffen einer oder beider Seiten des Gesichts.
Einige Hunderassen, wie Deutsche Schäferhunde und Dobermann Pinscher, sind anfälliger für Vestibularerkrankungen als andere.
Welche Arten des Vestibularsyndroms gibt es?
Das Vestibularsyndrom kann bei Hunden entweder durch Probleme in den peripheren Komponenten (Innenohr und Vestibularnerv) oder in den zentralen Komponenten (Hirnstamm und Kleinhirn) des Gleichgewichtssystems entstehen. Im Folgenden sprechen wir über die beiden häufigsten Arten dieser Krankheit.
Peripheres Vestibularsyndrom
„Das periphere Gleichgewichtssystem umfasst die inneren Ohrrezeptoren und den Vestibularbereich des achten Kranialnerves,“ erklärt Dr. Barrett. Das periphere Vestibularsyndrom wirkt sich also auf diese Nerven und Rezeptoren aus.
Ursachen für das periphere Vestibularsyndrom umfassen:
- Idiopathisches Vestibularsyndrom: Die zugrunde liegende Ursache ist noch nicht bekannt
- Otitis media: Entzündung des Mittelohrs
- Otitis interna: Entzündung des Innenohrs
- Schilddrüsenunterfunktion: Insuffizient aktive Schilddrüse

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Zentrales Vestibularsyndrom
„Das zentrale Gleichgewichtssystem umfasst den Hirnstamm, Vestibularkerne und Vestibularzentren,“ sagt Dr. Barrett. Sie fügt hinzu, dass das zentrale Vestibularsyndrom diese Bereiche des Gehirns angreift und als ernsthafter gilt.
Ursachen für das zentrale Vestibularsyndrom umfassen:
- Hirnläsionen: Schäden am Hirngewebe
- Neoplasie: Abnormales Zellwachstum
- Systemische Erkrankungen: Krankheiten, die sekundäre Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem haben können, z. B. Schilddrüsenunterfunktion
Wie diagnostizieren Tierärzte das Vestibularsyndrom bei Hunden?
Zunächst wird eine vollständige Blutuntersuchung durchgeführt, um andere Probleme wie Leber- oder Nierenerkrankungen auszuschließen, so Dr. Barrett.
Wenn sich der Zustand des Hundes nicht verbessert oder gar verschlechtert, wird er in der Regel zu einem Veterinärneurologen überwiesen, der eine neurologische Untersuchung und Bildverarbeitung durchführt. Mithilfe eines MRT wird ermittelt, welche Ursachen die Symptome haben und ob der Hund unter dem peripheren oder zentralen Vestibularsyndrom leidet.

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Welche Formen der Behandlung gibt es für das Vestibularsyndrom?
Die Form der Behandlung hängt von der Ursache des Vestibularsyndroms ab. „Beim ersten Besuch des Patienten konzentrieren wir uns auf eine unterstützende Versorgung und die Linderung der Symptome,“ erklärt Dr. Barrett. „Dazu gehören Medikamente gegen Übelkeit, um den Appetit anzuregen.“
Manche Tierärzte empfehlen auch die Zugabe von Flüssigkeit, falls der Hund sich erbricht. Wenn die Ursache eine Ohreninfektion ist, wird diese behandelt.
Wie gehen Hundebesitzer langfristig mit dem Vestibularsyndrom um?
Zum Glück ist bei den meisten Hunden mit Vestibularsyndrom ohne zugrundeliegende Ursache schon nach wenigen Wochen eine Verbesserung zu erkennen, so Dr. Barrett.
Wenn die Symptome beim Hund jedoch anhalten, beispielsweise eine Neigung des Kopfes, Gesichtslähmungen oder Ataxie, muss das Tier womöglich langfristig regelmäßig überwacht und betreut werden. Vordergründig soll das Wohlergehen des Hundes so gut es geht ermöglicht werden, während eine Verbesserung der Symptome überwacht wird.
Zu guter Letzt empfiehlt Dr. Barrett, dem Hund zuhause eine schonende, aber schmackhafte Ernährung zu bieten, beispielsweise in Form von Babynahrung oder gekochtem Hühnchen und Reis.

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So pflegt man einen Hund mit Vestibularsyndrom
Es kann sein, dass das Umfeld und der Lebensstil deines Hundes angepasst werden muss, während er unter den Symptomen des Vestibularsyndroms leidet.
Folgendes kannst du für die Sicherheit und den Komfort deines Hundes tun:
- Benutze ein Tragegeschirr, damit ihm das Laufen leichter fällt
- Vermeide Treppen, wenn diese uneben sind
- Entferne Hürden, die zum Stolpern einladen
- Achte darauf, dass er Futter- und Wassernapf leicht erreichen kann
- Richte ihm einen gemütlichen Platz zum Liegen in mehreren Räumen ein
Es mag zwar beängstigend sein, vom Vestibularsyndrom hervorgerufene Symptome an deinem Hund zu erkennen, die gute Nachricht lautet aber, dass sich die meisten Hunde innerhalb weniger Wochen wieder davon erholen. Sorge dafür, dass dein Hund es bequem hat, und begleite ihn Schritt für Schritt beim Heilungsprozess.


