- Dieser Artikel ist kein Ersatz für eine professionelle, tierärztliche Konsultation.
In einer kleinen Dosis kann Gemüse eine gesunde Möglichkeit sein, um die Ernährung deiner Katze zu ergänzen. Zwar benötigt sie hauptsächlich Proteine in Fleischform, sie profitiert aber auch von den Nährstoffen einiger Gemüsesorten. Katzen dürfen zum Beispiel Karotten fressen, es gibt aber einige Dinge, die zu beachten sind.
Für mehr Tipps haben wir uns an Dr. Katherine Oakes gewandt, Praktikantin für klinische Ernährung am Veterinary Health Center der Kansas State University. Sie sagt, dass viele Menschen glauben, Katzen müssten als typische Fleischfresser nichts anderes als Fleisch bekommen. Katzen benötigen aber Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine und Mineralien, genau wie Hunde und Menschen.
„Als Fleischfresser sind Katzen einfach nur auf Proteine angewiesen und sollten nicht rein vegetarisch ernährt werden,“ erklärt sie. „Oft enthält Katzenfutter Karotten und anderes Gemüse.“ Mit Dr. Oakes Hilfe erklären wir, wie und wann du deiner Katze Karotten geben solltest.
So profitieren Katzen von Karotten
Karotten enthalten zahlreiche Vitamine und Mineralien, von denen deine Katze profitiert. Diese Nährstoffe bekommen Katzen zwar auch in Form einer ausgewogenen Ernährung durch hochwertiges Katzenfutter, Karotten als Leckerli bieten jedoch weitere gesunde und kalorienarme Vorteile:
- Vitamine E und K: E ist ein Antioxidans und K für die Blutgerinnung notwendig
- Ballaststoffe: Regulieren das Verdauungssystem und fördern eine gesunde Verdauungsaktivität
- Magnesium: Unterstützt Harn- und Darmfunktionen
- Kalium: Reguliert Muskeln, Nerven und Herzfunktion
- Phosphor: Spielt eine wichtige Rolle bei der Knochen- und Zahnbildung sowie für das Energielevel
Karotten enthalten Beta-Carotin, was von manchen Tieren in Vitamin A umgewandelt wird. Bei Katzen ist dies jedoch nicht der Fall. Karotten sind bei der Aufnahme von Vitamin A für Katzen also nicht besonders nützlich. Was das angeht, solltest du dich an ihre normale Ernährung halten.
Bitte nicht zu viele Karotten füttern
Im Vergleich zu anderen Gemüsesorten enthalten Karotten eine Menge Zucker, sagt Oakes. Eine mäßige Menge ist hier der richtige Weg. Gibt man der Katze zu viel Futter (unter anderem Karotten), kann die Ernährung des Tieres aus dem Gleichgewicht kommen und Verdauungsprobleme entstehen.
Es ist unwahrscheinlich, dass Karotten in kleinen Mengen zu Diabetes bei deiner Katze führen, überfüttert man sie aber damit, sind gesundheitliche Probleme trotzdem nicht auszuschließen. Die normale Ernährung deiner Katze sollte 90 % ihrer täglichen Kalorienaufnahme umfassen, die restlichen 10 % können ruhig Karotten im Wechsel mit anderen katzenfreundlichen Nahrungsmitteln darstellen.
Wenn du damit experimentieren möchtest, das Futter deiner Katze mit Karotten zu ergänzen, sprich vorher mit deinem Tierarzt darüber.

Stock/Yelena Shander
So fütterst du Karotten in Maßen
Denke daran, die Karotten immer gründlich zu waschen. Katzen dürfen ohne Probleme alle Teile der Karotte fressen. Diese sollte aber immer geschält sein und am besten gar und ungewürzt verfüttert werden. Egal ob durch Kochen, Dämpfen oder Backen, die Karotte wird so weicher und das Erstickungsrisiko bei der Katze verringert sich.
Warum nicht roh?
Allgemein können rohe Karotten eine Erstickungsgefahr darstellen, sagt Oakes. Die Ausnahme sind fein geriebene oder in sehr kleine Stücke geschnittene Karotten. Am sichersten und einfachsten ist es aber, wenn du sie vorher kochst.
Das Entsaften stellt zwar kein Erstickungsrisiko dar, dabei gehen allerdings die Ballaststoffe durch das weggeworfene Fruchtfleisch verloren und der Zucker bleibt enthalten. Entsaftete Karotten sind also aus Ernährungssicht nicht für deine Katze geeignet.
Sollten junge Katzen Karotten fressen?
Eine geringe Menge gegarter Karotten ist zwar nicht schädlich, am besten hält man sich bei jungen Katzen aber an Futter, das ihrer Entwicklung entsprechend zusammengestellt ist. Es enthält besonders viele Proteine aus Fleisch im Vergleich zu Futter für ausgewachsene Katzen. Feuchtfutter für junge Katzen ist besonders zu empfehlen, da der Feuchtigkeitsgehalt dafür sorgt, dass deine Katze genug Wasser aufnimmt und ihre noch wachsenden Zähne nicht beeinträchtigt werden.
Andere sichere Gemüsesorten für Katzen
Katzen dürfen zwar Karotten fressen, es gibt aber noch viele andere Gemüsesorten, die du in das Futter deiner Katze mischen kannst, um für Abwechslung und Nährstoffaufnahme zu sorgen. Oakes empfiehlt Brokkoli, Blumenkohl und Gurke als ähnlich geeignete Optionen. Sie sollten aber gegart, sicher zubereitet und in Maßen gefüttert werden.

iStock/Larisa Stefanuyk
Es gibt aber auch einige Gemüsesorten, die du deiner Katze besser nicht geben solltest. Knoblauch, Zwiebeln, Schnittlauch, Lauch, Waldpilze, unreife Tomaten und Avocado sind für sie giftig. Gemüsekonserven mit Salz oder Gewürzen sind ebenfalls ein absolutes Tabu.
Informiere dich immer genau darüber, ob ein Snack für dein Haustier wirklich geeignet ist, empfiehlt Oakes. Und kontaktiere direkt den Tierarzt, wenn deine Katze etwas Giftiges gefressen hat.


