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Wie weit kann deine Katze riechen? Alles, was du über den Geruchssinn deiner Katze wissen musst

Image credit: Tatiana Stepanishcheva | iStock

Wie weit kann deine Katze riechen? Alles, was du über den Geruchssinn deiner Katze wissen musst

Aktualisiert August 5, 2024 | Katze > Verhalten
Von Emma Stenhouse

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Die bezaubernden kleinen Näschen unserer Katzen sind nicht nur hübsch anzusehen, sie sind auch ein unglaublich leistungsfähiges Werkzeug. Tatsächlich ist der Geruchssinn einer Katze etwa 14-mal stärker als der des Menschen.

Bislang wurde leider noch nicht viel Forschung zum Geruchssinn von Katzen durchgeführt, sodass wir nicht genau wissen, aus welcher Distanz sie einen Duft riechen können. Wir wissen auch nicht, ob bestimmte Rassen einen stärkeren Geruchssinn haben als andere. (Wenn du in einem Haushalt mit mehreren Katzenarten lebst, hast du aber möglicherweise eine eigene Theorie dazu.)

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Wissenschaftler schätzen, dass Katzen ihre Nahrung aus einer Entfernung von 38 bis 47 Meter (ungefähr die Breite eines Fußballfeldes) riechen können. Kein Wunder also, dass deine Katze sich schon auf ihren Napf stürzt, bevor du ihn überhaupt hingestellt hast.

Was wir mit Sicherheit sagen können, ist, dass Katzennasen eine „geheime Superkraft“ haben. Alle Katzen verfügen nämlich über eine doppelte Geruchserkennung. Klingt spannend, oder? In diesem Artikel wollen wir nun versuchen, dieses mysteriöse Talent unserer ebenso mysteriösen Mitbewohner näher zu erforschen. Also, immer der Nase nach!

Wie stark ist der Geruchssinn einer Katze?

„Es gibt keine etablierten Studien, die uns genau Aufschluss darüber geben, auf welche Distanz Katzen riechen, da mehrere Faktoren dabei eine Rolle spielen“, erklärt uns Anita Patel, DVM und medizinische Leiterin bei IndeVets. „So können zum Beispiel bestimmte Chemikalien oder Gerüche aus einer größeren Entfernung aufgespürt werden als andere.“

„Außerdem werden Pheromone anders wahrgenommen und verarbeitet als andere Chemikalien. Basierend auf der Menge an Geruchsgewebe und den Arten von Rezeptoren, die bei Katzen identifiziert wurden, wissen wir allerdings, dass sie einen extrem starken Geruchssinn haben.“

„Katzen haben zwei Hauptorgane, die auf sensorischer Ebene zusammenarbeiten, um verschiedene Gerüche und Chemikalien in ihrer Umgebung wahrzunehmen“, fügt Patel hinzu. „Sie verfügen über ein Riechepithel entlang der Nasenschleimhaut (welche die Nasenhöhle auskleidet) sowie über ein Vomeronasalorgan, auch Jacobson-Organ genannt.“

Grau-orange getigerte Tabby-Katze steht im Garten und schnüffelt in der Luft nach interessanten Düften

Bildquelle: sjallenphotography | iStock

„Der Zweck des Vomeronasalorgans ist es, Pheromone in der Luft aufzuspüren – nicht nur von anderen Katzen, sondern auch von anderen Arten, egal ob das Raubtiere oder Beute sind“, erklärt Patel. „Schon mal eine Katze gesehen, die so aussieht, als würde sie ihre Lippen kräuseln? Diese Manipulation des Mundes ermöglicht es Katzen, Pheromone zu ihrer Papilla incisiva und dann weiter zu ihrem Jacobson-Organ zu ziehen. Diese Witterungsmethode ist auch als Flehmen bekannt.“

Wie gut ist der Geruchssinn einer Katze im Vergleich zu dem des Menschen?

Unsere bisherigen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Geruchssinn von Katzen weit fortgeschrittener ist als der von Menschen. „Während die menschliche Nase etwa fünf bis sechs Millionen Geruchsrezeptoren enthält, haben Katzen bis zu 200 Millionen“, erklärt Teri Linn Byrd, DVM bei Veterinarians.org. Ihr Geruchssinn ist demnach etwa 14-mal besser als unserer.

Außerdem können Katzen Düfte besser voneinander unterscheiden als wir. Der Geruchsrezeptor, der für die Unterscheidung zwischen verschiedenen Düften verantwortlich ist, wird als V1R-Rezeptor bezeichnet. Forscher fanden heraus, dass Menschen nur zwei dieser Rezeptoren haben, Katzen hingegen etwa 30.

Wofür nutzen Katzen ihren Geruchssinn?

Man könnte annehmen, dass unsere Katzen ihren Geruchssinn hauptsächlich nutzen, um möglichst schnell darüber Bescheid zu wissen, wenn wir einen Beutel ihres Lieblingsfutters öffnen. Und obwohl sie ihn definitiv auch dafür benutzen, setzen sie ihren Geruchssinn doch auch für eine ganze Reihe anderer Zwecke ein, einschließlich zur Kommunikation und Gefahrenerkennung.

Gefahrenerkennung

Katzen nutzen ihren ausgezeichneten Geruchssinn, um Raubtiere in ihrer Nähe aufzuspüren – und um ihre Beute zu erschnüffeln. „Katzen erkennen nicht nur die Pheromone anderer Katzen, sondern auch die von anderen Raubtieren und Beutetieren“, erläutert Patel. „Sie haben eine kleine Erhebung – eine Papille – direkt hinter den Schneidezähnen, über die sie Pheromone zum Jacobson-Organ weiterleiten. Dort werden diese Signale weiter verarbeitet, um der Katze dabei zu helfen, richtig auf ihr Umfeld zu reagieren.“

Kommunikation und Reviermarkierung

Katzen haben verschiedene Methoden zur Kommunikation mit Artgenossen und mit uns Menschen entwickelt. Von sanftmütigen Lautäußerungen bis hin zum langsamem Zusammenkneifen der Augen – unsere Katzen kommunizieren ständig mit ihrer Umwelt. Sie hinterlassen auch oft Pheromone als Nachrichten für andere Katzen.

„Katzen sind mit mehreren Duftdrüsen ausgestattet, die Pheromone an ihren Pfoten, ihrem Gesicht, ihrem Hintern und ihrem Schwanz freisetzen“, erklärt Byrd. „Deshalb sieht man Katzen auch so oft ihre Gesichter an Gegenständen wie Kratzbäumen, Spielzeug, anderen Katzen und an Menschen reiben – sie markieren ihr Revier.“  Das erklärt auch, warum deine Katze so gerne am Kinn gekrault wird. Einige Katzen markieren ihr Revier auch, indem sie Urin versprühen.

Nahaufnahme des Gesichts einer Katze

Bildquelle: yoshiurara | iStock

Partnersuche

Wenn sie läufig sind, verströmen weibliche Katzen verschiedene Pheromone, die von unkastrierten Katern in der Umgebung aufgenommen werden. Ein Kater kann diese Pheromone aus einer Entfernung von bis zu anderthalb Kilometer erkennen. Obwohl dies nicht so häufig vorkommt, können auch läufige Katzen ihr Revier mit Urin markieren, um einen Geruch für männliche Katzen zu hinterlassen.

Futtersuche und -kontrolle

„Katzen nutzen ihren Geruchssinn von Geburt an“, erklärt Bryd. „In den ersten Stunden nach der Geburt nutzen sie die Gerüche um sie herum, um ihre Mutter und eine Milchquelle zu finden. Dieses Vorgehen behalten sie auch jenseits ihrer ersten Lebensmonate bei: Ihr ganzes Leben lang suchen sie mit ihrer Nase nach Nahrung und evaluieren (ebenfalls über ihren Geruchssinn), ob diese sicher verzehrt werden kann. Viele Katzenbesitzer haben schon einmal die Erfahrung gemacht, dass sie zu Hause Butter, Katzenfutter oder Ähnliches versteckt haben, bevor sie das Haus verließen, um dann bei ihrer Rückkehr festzustellen, dass das Versteck von ihrer Katze aufgespürt und die Leckerei aufgefressen wurde.“

Wie gut ist der Geruchssinn von Katzen im Vergleich zu ihren anderen Sinnen?

Jetzt wissen wir also, dass der Geruchssinn von Katzen viel besser ist als der des Menschen. Aber sind auch ihre anderen Sinne besser als unsere?

Hörsinn

„Katzen hören eine Vielzahl von Geräuschen mit unterschiedlichen Dezibel. Tatsächlich besitzen sie einen der größten Hörbereiche unter den Säugetieren. Um festzustellen, woher Geräusche kommen, können sie sogar die Richtung ihrer Ohren ändern“, erklärt Patel. Und was ist mit dieser seltsamen kleinen Tasche an den Ohren einer Katze? Leider wissen wir immer noch nicht genau, welche Funktion sie erfüllt.

Sehsinn

„Das Sehvermögen von Katzen ist schwächer als das von Menschen“, erörtert Byrd. „Ihre Augen sind hauptsächlich darauf ausgelegt, die Bewegungen ihrer Beute zu erkennen. Obwohl sie bei schwachem Licht viel besser sehen können als wir, reicht ihr Sehvermögen insgesamt nicht an unseres heran.“ Auch können Katzen zwar Farben wahrnehmen, aber nicht so intensiv wie wir. Ihre periphere Sicht ist etwas besser als die des Menschen, und obwohl ihre Tiefenwahrnehmung nicht so gut ist wie unsere, haben sie dennoch eine bessere Tiefenwahrnehmung als jede andere Fleischfresserart.

Rote Katze riecht einen Strauß Kamillen. Gemütlicher Morgen zu Hause.

Bildquelle: Aksenovko | iStock

Tastsinn

„Der Tastsinn einer Katze ist extrem empfindlich“, sagt Byrd. Dies gilt insbesondere für ihre Schnurrhaare, die tief in ihre Haut eingebettet sind und ihr helfen, Informationen über ihre Umgebung zu sammeln. Mit ihren Schnurrhaaren ertasten Katzen Objekte vor und an den Seiten ihres Körpers, wodurch sie ihre Augen schützen und Hindernisse im Dunkeln besser wahrnehmen können.“

„Die Haare am Körper einer Katze sind mit vielen Nervenenden ausgestattet. Diese Nervenenden sind mit ihrem Reaktionssystem verbunden und helfen ihr, sich zu beruhigen, wenn sie gestreichelt wird oder mit anderen Katzen kuschelt“, fügt Byrd hinzu.

Geschmackssinn

„Katzen haben nur knapp 500 Geschmacksknospen, Menschen hingegen ganze 9.000. Das bedeutet, dass sie sich beim Essen eher auf ihren Geruchssinn als auf ihren Geschmack verlassen“, erklärt Patel. Außerdem fehlt ihnen die Fähigkeit, Süßes zu erkennen.

„Man sollte jedoch immer bedenken, dass es die Kombination all ihrer Sinne ist, die Katzen zu ultimativen Jagdmaschinen macht“, sagt Patel.

Katzenkrankheiten, die den Geruchssinn betreffen

Es gibt eine Reihe von Krankheiten, die das Geruchssystem von Katzen beeinträchtigen können. Dazu gehören:

  • Rhinosinusitis: Eine Entzündung der Schleimhäute in Nase und Nebenhöhlen. Häufige Verursacher von Rhinosinusitis sind die feline virale Rhinotracheitis und das Calicivirus.
  • Rhinotracheitis: Eine hoch ansteckende Krankheit, auch felines Herpesvirus Typ 1 genannt. Dies ist eine der Hauptursachen für Erkrankungen der oberen Atemwege sowie Konjunktivitis bei Katzen.
  • Lungenentzündung: Katzen können sowohl eine infektiöse Lungenentzündung als auch eine Aspirationspneumonie erleiden (die Symptome sind für beide gleich).

„Katzen erhalten Impfungen gegen häufige Krankheiten, die ihren Geruchssinn beeinträchtigen“, sagt Byrd. „Die feline virale Rhinotracheitis und das Calicivirus sind die häufigsten Ursachen für Entzündungen der Schleimhäute und Nebenhöhlen bei Katzen. Eine solche Entzündung verursacht Nasenausfluss, Atembeschwerden einen Verlust des Geruchssinns und Appetitlosigkeit.“

„Bei Geruchsproblemen ist Niesen ein wichtiges Symptom – besonders bei jungen Katzen. Wenn deine Katze niest, solltest du deinen Tierarzt bitten sie zu untersuchen. Eine frühzeitige Behandlung einer viralen Tracheitis bei felinem Herpes kann dauerhafte Schäden an den Nasengängen der Katze verhindern, die zu lebenslangen Problemen mit der Atmung und Schleimproduktion führen können“, mahnt Byrd.

Katze bedeckt ihre Augen mit einer Pfote, um nichts zu sehen

Bildquelle: tverkhovinets | iStock

Der Geruchssinn einer Katze ist ihre geheime Superkraft

Wenn sich deine Katze das nächste Mal zum Kuscheln auf deinem Schoß zusammenrollt, wirst du ihre entzückende kleine Nase wahrscheinlich noch mehr zu schätzen wissen. Wichtig ist, dass du zukünftig auch immer daran denkst, dass deine Katze Gerüche viel intensiver wahrnimmt als du. „Haustierbesitzer sollten auf jegliche Gerüche achten, die für ihre Katze zu penetrant sein könnten. Parfums, Geruchsvernichter, starke Zitrusdüfte und Zigarettenrauch können für Katzen problematisch sein“, warnt Byrd. Vielleicht kannst du deiner Katze den Alltag also angenehmer gestalten, indem du bestimmte Gerüche aus eurem Zuhause entfernst.

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Dog and cat looking at a laptop
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Artikelquellen
  • The Smell Report (Unser Geruchssinn – ein Überblick). Social Issues Research Centre. http://www.sirc.org/publik/smell_human.html
  • Young, J et al. Extreme variability among mammalian V1R gene families (Extreme Variabilität zwischen V1R-Genfamilien bei Säugetieren). Genome Research. (Januar 2010). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2798821/
  • Li, X et al. Cats Lack a Sweet Taste Receptor (Katzen haben keinen Geschmacksrezeptor für Süßes). The Journal of Nutrition. (Juli 2006). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2063449/

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