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- Dieser Artikel ist kein Ersatz für eine professionelle, tierärztliche Konsultation.
Bereitest du dich auf eine Reise vor, machst dir aber Sorgen, keinen passenden Hundesitter oder eine Unterbringung über Nacht für dein Haustier zu finden? Deinen Hund bei einer fremden Person zu lassen, ist nicht einfach. Wenn du die richtigen Fragen für den potenziellen Sitter oder die Einrichtung parat hast, kannst du dich aber sicher fühlen, dass dein Tier in guten Händen ist.
Alle Haustierbetreuungen über Nacht sind auf unterschiedliche Zielgruppen ausgelegt und Hundesitter haben bestimmte Qualifikationen und Erfahrungswerte. Das bedeutet, dass es viel herauszufinden gilt, bevor du dich festlegst. Wir haben die zertifizierte Hundetrainerin Paige Gordon (CPDT, PCTIA) von SpiritDog Training um Rat gebeten, um zu erfahren, welche individuellen Fragen du je nach Hund und Bedürfnissen stellen solltest.
1. Unterbringung
Ganz egal, ob du dich für eine Betreuung in einer Hundepension oder im Haus eines Hundesitters entscheidest, zunächst solltest du dir die Räumlichkeiten genau ansehen. Du möchtest schließlich wissen, ob dein Hund genug Platz hat, ob er es bequem haben wird und wie die Einrichtung mit Notfällen umgeht.

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Folgendes solltest du in Erfahrung bringen:
- Wie viele andere Hunde werden da sein und welche Bereiche teilt sich mein Hund mit ihnen?
- Wo wird mein Hund fressen und schlafen?
- Hat mein Hund seinen eigenen Raum oder Bereich und wie groß ist dieser?
- Inwiefern hat mein Hund Zugang nach draußen?
- Ist die Raumtemperatur klimatisiert?
- Wie viele Menschen sind zu welchen Zeiten anwesend?
- Welche Zertifizierungen haben Sie?
- Haben Sie eine Unternehmensversicherung?
- Wie weit ist es bis zum nächsten Tierarzt und wie würde mein Hund dorthin gebracht werden?
- Wie erhalte ich Informationen über den Aufenthalt meines Hundes?
- Kann ich mich umschauen?
Auf diese Fragen gibt es eigentlich keine pauschalen Antworten. Manche Hunde sind zum Beispiel völlig zufrieden damit, vom Sitter für ein paar Stunden alleine gelassen zu werden, während es für andere Hunde vielleicht wichtig ist, immer jemanden an ihrer Seite zu haben. Die wohl wichtigste grüne Flagge bei der Unterbringung ist Transparenz, vor allem wenn es darum geht, sich die Räumlichkeiten ansehen zu können. Gordon empfiehlt, wenn möglich alle Räume anzusehen, nicht nur die öffentlich zugänglichen.
Rote Flaggen sind zum Beispiel kleine Zwinger, zu wenig Personal bei vielen Hunden und vage Notfallprotokolle. Wenn es nicht möglich ist, Hunden ihren eigenen Raum zu ermöglichen oder nach Alter, Größe und Energielevel zu trennen, kann auch das ein Problem darstellen.

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2. Tagesablauf
Einer unserer besten Tipps für die Hundebetreuung? Du solltest wissen, wie der Tag deines Hundes aussehen wird. Auch wenn einige Optionen kostspieliger sind, können die Antworten auf diese Fragen dir viel mehr Informationen über die Einrichtung oder den Sitter und die jeweiligen Abläufe bieten.
Folgendes solltest du in Erfahrung bringen:
- Wie sieht der typische Tag meines Hundes aus?
- Für wie lange wird mein Hund alleine gelassen und wo wird er sich währenddessen aufhalten?
- Wann und wo wird mein Hund gefüttert? Bleibt das Futter stehen, wenn er nicht gleich auffrisst?
- Wann werden Spielzeiten und Spaziergänge geplant?
- Sind Gassi-Runden und/oder Spaziergänge in der Nacht möglich?
- Kann der Medikamenteneinnahme meines Hundes nachgekommen werden?
Ein guter Tagesablauf ist nicht automatisch unflexibel, aber er sollte zu den allgemeinen Bedürfnissen des Hundes passen. Erfahrene Hundepensionen und Sitter werden dafür sorgen, dass sich die Routine deines Hundes nicht groß verändern muss, egal ob bei der Anzahl der Mahlzeiten oder beim Bewegungsbedarf.
Etwas Zeit zu haben, um sich alleine zu entspannen, ist für viele Hunde kein Problem, zu wenig Aufsicht oder längere Abwesenheiten hingegen schon. Andere Gründe zur Sorge können das gemeinsame Füttern mehrerer Hunde sein (was zu Futterneid und Kämpfen führen kann) und eine fehlende Bereitschaft, zusätzliche Mahlzeiten, Spaziergänge oder Pipi-Pausen zu ermöglichen – so etwas spricht für eine überlastete Pension oder Sitter.
3. Auslauf und Aktivitäten
Stelle die richtigen Fragen, um herauszufinden, ob dein Hund genug Auslauf und mentale Stimulation bekommen wird, wenn du nicht da bist. Achte außerdem darauf, dass der Auslauf in einem überwachten und sicheren Rahmen stattfindet.
Folgendes solltest du in Erfahrung bringen:
- Welche Form der Bewegung bekommt mein Hund jeden Tag?
- Welche Aktivitäten sind eingeplant oder verfügbar?
- Gibt es Hundegruppen, getrennt nach Alter, Größe und Energielevel?
- Wie werden die Hunde beim Auslauf und Spielen überwacht?
- Welche Spiele und Bereicherungen bieten Sie an?
Eine Angebotsliste mit Aktivitäten und Ideen für Bereicherung kann dir zeigen, dass die Pension oder der Sitter sich Gedanken zum Thema Bewegung gemacht hat. Mit den richtigen Antworten wirst du dich in Bezug auf die Aktivitäten und ihre Überwachung wohler fühlen. So kannst du sicher gehen, dass dein Hund die nötige Interaktion und Stimulation bekommt, ob mit Menschen oder anderen Hunden.
Kein gutes Zeichen wären fehlende regulierte Aktivitäten, keine Spiele oder Puzzles sowie ein geringes Interaktionsniveau. Wenn eine Einrichtung dem Spielbedarf deines Hundes nicht gerecht werden kann (ob lebhafter oder ruhiger), passt sie wahrscheinlich nicht zu deinem Haustier.

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4. Vorbereitung
Um sicherzugehen, dass dein Hund eine positive Erfahrung macht, solltest du herausfinden, wie du dich auf den Sitter oder eine Haustierbetreuung über Nacht am besten vorbereitest. Dir sollte klar sein, was und wie du für den Aufenthalt deines Hundes packen solltest und wie du deinen Hund vorbereitest.
Folgendes solltest du in Erfahrung bringen:
- Wie soll ich das Futter und die Medikamente für meinen Hund vorbereiten?
- Kann ich ein Kuscheltier/Spielzeug für ihn mitnehmen?
- Welche Impfungen sind erforderlich?
- Kann ich eine Liste mit Notfallkontakten da lassen, für den Fall dass ich nicht erreichbar bin?
- Kann ich mit meinem Hund vor seinem Aufenthalt schon einmal vorbeikommen?
- Kann ich einen Probedurchlauf für eine Nacht vereinbaren?
Viele Einrichtungen erwarten von dir, dass du Futter und Medikamente für jeden Tag vorbereitest, und geben dir genaue Anweisungen, wie du sie verpacken und kennzeichnen sollst. Das ist ein gutes Zeichen, denn es bedeutet, dass sie eine wirksame Strategie zum Füttern und Verabreichen von Medizin haben. Wenn du ein Kuscheltier oder Spielzeug deines Hundes mitbringen darfst, ist es noch besser.
Viele Einrichtungen verlangen außerdem zusätzliche Notfallkontakte vor Ort – ein gutes Zeichen für eine sorgfältige Planung. Jede seriöse Einrichtung sollte dir erlauben, sie im Vorfeld zu besuchen, damit dein Hund sich an die Umgebung gewöhnen kann.
Sollte eine Einrichtung nicht wünschen, dass du dein eigenes Futter mitbringst, kannst du das als Warnsignal deuten. Viele Hunde haben bestimmte Ernährungsbedürfnisse, die nicht jedes Futter erfüllt. Vielleicht ist ihr empfindlicher Magen auch nicht für eine Futterumstellung geeignet.
Die Aufforderung, eigenes Spielzeug zuhause zu lassen, ist nicht unbedingt eine rote Flagge, schließlich kann Spielzeug dazu verleiten, Ressourcen zu bewachen. Erfahrene Pensionen und Sitter sollten aber gewährleisten, dass dein Hund einen eigenen Platz für sich und seine persönlichen Dinge hat. Eine absolut rote Flagge ist das Verweigern, die Unterbringung vorher besichtigen zu dürfen.

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5. Passt die Betreuung zu meinem Hund?
Bei manchen Hunden müssen bestimmte Überlegungen getroffen werden, bevor sie bei einem Sitter oder in einer Pension bleiben können. Die folgenden Fragen solltest du bei Welpen, älteren Hunden, Tieren mit gesundheitlichen Problemen etc stellen.
Welpen
Achte im Vorfeld bei der Welpenbetreuung über Nacht darauf, dich über Altersanforderungen, Energielevel, soziale Aktivitäten und Schlafzeiten zu informieren.
- Wie alt muss ein Welpe sein, um aufgenommen zu werden?
- Gibt es bestimmte Fütter- und Schlafzeiten für Welpen?
- Welche Impfungen sind erforderlich? Sind alle anderen Hunde in der Einrichtung geimpft?
- An welchen Aktivitäten können Welpen teilnehmen?
- Teilen sich Welpen Räume mit älteren Hunden?
Energiegeladene Hunde
Hunde mit hohem Energiebedarf können sich destruktiv verhalten oder unter Angstzuständen leiden, wenn dieser nicht erfüllt wird. Ein paar Fragen an deinen potenziellen Hundesitter sorgen dafür, deine Sorgen zu zerstreuen.
- Kann mein Hund mit anderen energiegeladenen Hunden spielen?
- Kann ich zusätzliche Spielzeiten oder Spaziergänge dazu buchen?
- Kann ich Spielzeug für meinen Hund mitbringen, damit er beschäftigt ist?
- Gibt es Möglichkeiten für Apportier- oder Frisbee-Spiele?
Reaktive Hunde
Hunde mit Reaktionen auf Lärm, die leicht überreizt sind oder nicht freundlich auf andere Hunde reagieren, kommen mit besonderen Bedürfnissen in die Betreuungssituation. Wenn du mit dem Betreiber oder Sitter sprichst, solltest du in jedem Fall ehrlich sein, was die Bedürfnisse deines Hundes angeht, und dir ein paar wichtige Fragen beantworten lassen:
- Kann mein Hund so untergebracht werden, dass er nicht sensorisch überreizt wird?
- Kann mein Hund eine Einzelunterbringung bekommen?
- Kann mein Hund ohne andere Hunde gefüttert werden?
- Ist das Personal im Umgang mit reaktiven Hunden geschult?
- Welche Techniken wendet das Personal bei reaktiven Hunden an?

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Ängstliche Hunde und Hunde mit Trennungsangst
Bei besonders ängstlichen Hunden und/oder Tieren mit Trennungsangst fällt es auch dir wahrscheinlich sehr schwer, sie in einer Pension oder bei einem Sitter zu lassen. Gordon weist darauf hin, dass du bei sehr ängstlichen Hunden fragen kannst, ob ein Probedurchlauf für eine Nacht möglich wäre. In deinem Gespräch mit dem potenziellen Sitter solltest du folgende Dinge erfragen:
- Kann mein Hund so untergebracht werden, dass er nicht sensorisch überreizt wird?
- Kann mein Hund mehr Interaktionen mit Menschen/Hunden haben, wenn ihm das bei seiner Angst hilft?
- Kann ich Kuscheltiere und Spielzeug für meinen Hund mitbringen?
- Welche Aktivitäten gibt es für ängstliche Hunde?
- Kann mein Hund länger für einen Testbesuch bleiben?
Schüchterne oder selektive Hunde
Nicht alle Hunde kommen gut mit ihren Artgenossen klar. Wenn du einen schüchternen oder im Umgang mit anderen Hunden selektiven Hund hast, sei unbedingt ehrlich mit dem Sitter oder der Betreuungseinrichtung. Sprich über die besonderen Bedürfnisse deines Hundes und frage nach, wie die Einrichtung seinem Charakter am besten entgegenkommen kann. Gordon empfiehlt, Referenzen einzuholen, vor allem im Fall von schüchternen Hunden. Informiere dich, welche Erfahrungen die Besitzer anderer schüchterner Hunde gemacht haben.
- Kann mein Hund nur minimal mit anderen Hunden in Berührung kommen?
- Kann mein Hund mehr mit dem Personal interagieren?
- Kann mein Hund so untergebracht werden, dass er nicht sensorisch überreizt wird?
- Kann mein Hund nur mit bestimmten Hunden in Berührung kommen (ruhig, wenig Energie, selbstbewusst)?
Hunde mit gesundheitlichen Problemen
Wenn dein Hund vorübergehend oder permanent unter gesundheitlichen Einschränkungen leidet, sprich mit der potenziellen Einrichtung über die besonderen Bedürfnisse deines Hundes und darüber, wie sie dafür sorgen, dass sich dein Hund wohl fühlt, während du nicht da bist. Dazu können spezielle Schlafplätze, Medikamente oder Bewegungsbedarf gehören.
- Können Sie die gesundheitlichen Anforderungen meines Hundes erfüllen? (Gerne spezifisch sein!)
- Können Sie Medikamente nach einem bestimmten Zeitplan verabreichen?
- Können Sie es einrichten, dass mein Hund es bequem hat?
- Kann ich Dinge mitbringen, damit mein Hund es bequem hat (z.B. ein orthopädisches Hundekörbchen)?
- Wird mein Hund von bestimmten Allergenen isoliert?
- Gibt es einen Tierarzt auf Abruf?

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Ältere Hunden
Ältere Hunde haben oft sehr spezifische Bedürfnisse in Hundepensionen. Um herauszufinden, ob die Einrichtung für deinen Hund geeignet ist, solltest du vorher ein paar grundlegende Fragen an den Sitter oder die Pension richten.
- Gibt es einen flexiblen Zeitplan?
- Kann ich weiches Futter mitbringen (z.B. Feuchtfutter oder Frischfutter)?
- Kann mein Hund festgelegte Ruhe- oder Schlafzeiten bekommen?
- Können Sie im Laufe des Tages Medikamente verabreichen?
- Können Sie es einrichten, dass mein Hund es bequem hat?
- Kann ich Dinge mitbringen, damit mein Hund es bequem hat (z.B. ein orthopädisches Hundekörbchen)?
- Kann mein Hund nur mit Tieren im ähnlichen Alter spielen?
- Gibt es einen Tierarzt auf Abruf?
Wenn du die richtigen Fragen stellst, findest du nicht nur leichter den passenden Sitter oder die entsprechende Pension für deinen Hund, es beschert dir auch eher eine sorgenfreie Zeit, während du unterwegs bist. Du kannst auch nach einer Telefonnummer fragen, an die dich wenden kannst, wenn dir weitere Fragen einfallen. Ein guter Sitter wird dir immer gerne weiterhelfen.


