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Demenz bei Hunden: Was gibt es für Symptome und Behandlungsformen?

iStock/bingokid

Demenz bei Hunden: Was gibt es für Symptome und Behandlungsformen?

Aktualisiert April 27, 2026 | Hund > Gesundheit
Von Emily Swaim

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  • Dieser Artikel ist kein Ersatz für eine professionelle, tierärztliche Konsultation.

Demenz bei Hunden, auch kognitive Dysfunktion genannt, ist eine Form des geistigen Verfalls, der ältere Hunde betrifft. Vielleicht wirkt dein Hund abends ängstlich, hat Probleme damit, sich an Befehle zu erinnern oder hat seine Blase im Haus nicht mehr unter Kontrolle. Eine Demenz verkürzt eher nicht die Lebenserwartung des Hundes, seine „Lebensqualität kann aber durch diese Krankheit durchaus eingeschränkt werden,“ sagt Tracey Taylor, Forscherin im Bereich Hundedemenz an der University of Adelaide und Hundetrainerin beim Delta Institute.

Wahrscheinlich fällt es dir nicht leicht, dabei zusehen zu müssen, wie deinem Hund tägliche Aktivitäten immer schwerer fallen. Es besteht zwar keine Chance auf Heilung einer Demenz bei Hunden, eine Behandlung kann aber die Symptome lindern und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen.

Wir besprechen in diesem Beitrag das Thema Demenz bei Hunden und erklären, wie Hundebesitzer mit dieser Krankheit im Alltag umgehen können.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Symptome
  3. Risikofaktoren
  4. Diagnose
  5. Behandlung
  6. Umgang
  7. Abschied

Was ist Demenz bei Hunden?

Dog laying down and sick with parvovirus

iStock/Vera Aksionava

Demenz bei Hunden tritt häufig auf und betrifft 60 % der Hunde im Alter ab 11 Jahren (EN). Ähnlich wie die Demenz bei Menschen wird sie von einer Reihe von Veränderungen im alternden Gehirn des Hundes verursacht.

Amyloide Plaques sind der vorrangige Grund für eine Demenz bei Hunden und Menschen. Bei diesen Plaques handelt es sich um Proteinbündel, die umliegende Neuronen beschädigen und deren Kommunikation einschränken. Je stärker diese amyloiden Plaques sich ausbreiten, desto mehr geistige Funktionen werden beeinträchtigt.

Eine Demenz bei Hunden verläuft in drei Phasen (EN).

  1. Sanft: Am Anfang wirkt dein Hund vielleicht nur besonders schlapp am Tag und ruhelos am Abend.
  2. Moderat: Nach etwa einem Jahr der sanften Phase verliert dein Hund möglicherweise die Lust am Spielen oder beginnt, sich an ungeeigneten Orten zu erleichtern.
  3. Schwerwiegend: Die letzte Phase der Demenz bei Hunden hat erhebliche Veränderungen am Schlafrhythmus des Hundes, seiner Blasenkontrolle, sozialem Verhalten und Orientierungsfähigkeiten zur Folge. Vielleicht „verirrt“ er sich hinter einem Möbelstück oder reagiert aggressiv auf Familienmitglieder, denen er bisher vertraut hat.

Was sind die Symptome einer Demenz bei Hunden?

Unsere Hunde können nicht sprechen, deshalb diagnostizieren Tierärzte eine Demenz stattdessen durch die Beobachtung ihres Verhaltens und ihrer Körpersprache. Eine spezifische Skala für Demenz bei Hunden unterteilt die Symptome dieser Krankheit in vier Kategorien.

Störender Schlafrhythmus

Viele Hunde mit Demenz entwickeln Schlaflosigkeit. Sie wandern nachts herum, bellen Schatten an der Wand an und stören somit den Schlaf aller Beteiligten. Andere Hunde entwickeln eine Hypersomnie und schlafen die meiste Zeit.

Verlust der Blasenkontrolle

Bei einer Demenz fällt es Hunden schwer, stubenrein zu bleiben. Es kann vermehrt zu Vorfällen im Haus kommen, bei denen sie sich ohne Vorwarnung erleichtern. Urin oder Kot im Körbchen sind ein erheblicher Grund zur Sorge.

Ungewöhnliches Verhalten

Der kognitive Abbau kann dafür sorgen, dass dein Hund ängstlich und reizbar wirkt. Dies äußert sich möglicherweise so, dass er sich vor Spielkameraden versteckt oder sein Futter bewacht. In den späteren Demenzphasen sind Hunde oft verwirrt, weshalb sie mitunter nach ihren Liebsten schnappen oder sie anknurren, wenn man sie im falschen Moment erwischt.

Eingeschränkter Orientierungssinn

Hunde mit Demenz verirren sich selbst an vertrauten Orten. „Ihre Desorientierung kann dazu führen, dass sie in Ecken, unter Esstischen oder hinter der Couch „steckenbleiben“,“ erklärt Taylor.

Dog sick with a cold and resting

iStock/Photoboyko

Welche Risikofaktoren gibt es für Demenz bei Hunden?

Je älter der Hund ist, desto höher ist das Risiko, eine Demenz zu entwickeln. Eine Studie aus dem Jahr 2022 beschäftigte sich mit dem Anteil der Hunde in verschiedenen Altersgruppen, die Symptome einer fortgeschrittenen kognitiven Dysfunktion zeigten:

  • 8-11 Jahre: 8,1 %
  • 11-13 Jahre: 18,8 %
  • 13-15 Jahre: 45,3 %
  • 15-17 Jahre: 67,3 %
  • Ab 17 Jahren: 80,0 %

Die gleiche Studie ergab, dass dünne Hunde häufiger Demenzsymptome zeigten. Die Autoren waren sich aber einig, dass eine schlanke Statur des Hundes auch auf altersbedingte Gesundheitsprobleme zurückzuführen sein könnte.

Kleine Hunde haben eine längere Lebenserwartung als große, deshalb kann es sein, dass sie lange genug leben, um eine Demenz zu entwickeln. Die Rasse eines Hundes ist aber kein Risikofaktor für Demenz.

German Shepherd lying on floor

iStock/Vacharapong Wongsalab

Wie diagnostizieren Tierärzte Demenz bei Hunden?

Anders als bei anderen Krankheiten ist es laut Taylor schwierig für Tierärzte, eine Demenz bei Hunden zu diagnostizieren, da die Symptome dem normalen Alterungsprozess sehr ähneln. Sie fügt hinzu, dass „Tierärzte oft eine Diagnose per Ausschluss erstellen. Sie schließen dabei alle anderen altersbedingten Krankheiten aus, die ähnliche Anzeichen haben wie Demenz beim Hund.“

Der Tierarzt führt eine Reihe von Tests durch, um andere Krankheiten wie Glaukom und Arthrose auszuschließen. Dazu gehören Seh- und Hörtests, Blutuntersuchungen, MRT-Scans und körperliche Untersuchungen.

Du kannst anschließend mit deinem Tierarzt eine Demenz-Skala ausfüllen, um die kognitiven Funktionen deines Hundes zu bewerten. Dieser Fragebogen muss wahrscheinlich bei mehreren Tierarztbesuchen erneut ausgefüllt werden, damit der Tierarzt einen Überblick über den geistigen Verfall bekommt.

Kann man Demenz bei Hunden behandeln?

Du darfst nicht vergessen, dass es keine Heilung für Demenz bei Hunden gibt. Es gibt aber Behandlungsformen, um die Symptome beim Hund in den Griff zu bekommen und das Fortschreiten der Demenz zu verlangsamen.

Selegilin ist derzeit das einzige von der FDA zugelassene Medikament zur Behandlung von Demenz bei Hunden. Hierbei handelt es sich um eine Art Antidepressivum, das Neuronen vor Schäden schützt. Ältere Studien legen nahe, dass Selegilin Hunden bei Schlafstörungen und Desorientierung helfen kann (EN).

Vielleicht verschreibt dir der Tierarzt auch Medikamente gegen bestimmte Demenzsymptome wie Schmerzen, Schlaflosigkeit und Angstverhalten.

Hund mit Demenz im Haus

iStock/Primorac91

So findest du einen Umgang mit der Demenz deines Hundes

Selbst mit Medikamenten kann die Demenz des Hundes einen großen Einfluss auf sein Leben haben. Hier sind ein paar Strategien, wie du einen Umgang damit findest:

1. Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel

Eine Ernährung, die reich an Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren (EN) ist, hat sich als förderlich für die kognitive Funktion älterer Hunde erwiesen. Sprich immer zuerst mit deinem Tierarzt, bevor du deinem Hund Nahrungsergänzungsmittel gibst, denn nicht alle Produkte für Menschen sind auch für ihn verträglich.

2. Beschäftigung

Hunde mit Demenz profitieren oft von Beschäftigung, zum Beispiel in Form von Puzzle-Spielzeug und Trainingseinheiten. Selbst wenn es ihnen nicht mehr so leicht wie früher fällt, Probleme zu lösen, kann mentale Stimulation helfen, dem kognitiven Verfall vorzubeugen.

3. Veränderungen der Umgebung

„Eine Routine beizubehalten, ist für Hunde mit Demenz besonders wichtig,“ sagt Taylor. Routinen bieten Struktur und Vorhersehbarkeit in einer sonst verwirrend wirkenden Welt.

Wenn dein Hund oft die Orientierung verliert, solltest du auch die Bereiche im Haus einschränken, zu denen er Zugang hat. Taylor empfiehlt Babygitter, Laufställe für Hunde und Topfpflanzen, um problematische Orte abzugrenzen und die Chancen auf Desorientierung zu verringern.

Scotland shepherd dog lying on a bed indoors

iStock/Milan_Jovic

4. Selbstfürsorge

„Es kann körperlich und emotional anstrengend sein, sich um einen Hund mit Demenz zu kümmern,“ sagt Taylor. „Scheue nicht davor zurück, um Hilfe zu bitten!“

Einen vertrauenswürdigen Hundesitter zu engagieren, der auf deinen Hund aufpasst, kann dir eine vorübergehende Pause ermöglichen. Außerdem kann dir dein Tierarzt Behandlungsformen empfehlen, um besonders störende Symptome deines Hundes zu lindern. Manche Tierkliniken haben auch Sozialarbeiter oder Berater, die einem während der Übergangsphase helfen können.

Der Umgang mit Demenz bei Hunden ist zwar eine Herausforderung, denke aber immer daran, dass du mit deinem Hund dabei nicht alleine bist.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um sich zu verabschieden?

Viele Hunde mit Demenz führen bis ins späte Alter ein bereicherndes Leben. Trotzdem handelt es sich bei Demenz um eine voranschreitende Krankheit. Hundebesitzer sollten die Lebensqualität ihres Tieres genau im Blick haben und auch ihre eigene und die anderer Hunde im Haushalt bedenken.

Amber Christensen, Social-Media-Leiterin bei Rover, spricht über den Zeitpunkt, als sie die Entscheidung traf, sich von ihrem Hund Shirley zu verabschieden.

„Der Schlafmangel sorgte dafür, dass sie immer unzufriedener und gereizter wurde, was wiederum zu weiteren Schlafproblemen führte. Es entstand ein Teufelskreis, der sich Tag für Tag wiederholte,“ so Christensen. „Es gab nur wenige Dinge, wodurch wir ihr den Alltag angenehmer gestalten konnten. Das hat mir sehr bei der Entscheidung geholfen, sie in der Geborgenheit ihres Zuhauses zu erlösen.“

Letztendlich ist die Entscheidung, dich von deinem Hund zu verabschieden, extrem hart und vielschichtig. Ein weiterer zu bedenkender Faktor, wann du deinen Hund einschläfern lassen solltest, betrifft ein potenzielles Sicherheitsrisiko für dich, andere Haustiere oder den Hund selbst bei voranschreitender Demenz. Fortgeschrittene Demenz kann zu Anzeichen extremer Reizbarkeit und Aggression führen. Am besten lässt du dich von einem Tierarzt oder Verhaltensexperten über die optimale Vorgehensweise beraten.

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Emily Swaim

Emily Swaim

Emily Swaim is a Midwestern writer who has cared for many adorable Cavalier King Charles Spaniels over the years. You can find her work on medicine, psychology, and pet health in Insider, Healthline, Vox's Language Please Project, GoodTherapy, and more. She is a writer for Rover.com, providing empathetic guidance for pet parents in need of information.

Artikelquellen
  1. Campbell, S., Trettien, A., & Kozan, B. (2001). A noncomparative open-label study evaluating the effect of selegiline hydrochloride in a clinical setting. Veterinary Therapeutics. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19753696/
  2. MacQuiddy, B., Moreno, J.A., Kusick, B., & McGrath, C. (2022, Oktober). Assessment of risk factors in dogs with presumptive advanced canine cognitive dysfunction. Frontiers in Veterinary Science. https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fvets.2022.958488/full
  3. Madari, A., Farbakova, J., Katina, S., et al. (2015, Oktober). Assessment of severity and progression of canine cognitive dysfunction syndrome using the CAnine DEmentia Scale (CADES). Applied Animal Behavior Science. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0168159115002373?via%3Dihub
  4. Managing cognitive dysfunction and behavioral anxiety. (2023). American Animal Hospital Association. https://www.aaha.org/aaha-guidelines/2023-aaha-senior-care-guidelines-for-dogs-and-cats/managing-cognitive-dysfunction-and-behavioral-anxiety/
  5. Mihevc, S.P., Majdic, G. (2019, Juni). Canine cognitive dysfunction and Alzheimer’s disease – Two facets of the same disease? Frontiers of Neuroscience. https://www.frontiersin.org/journals/neuroscience/articles/10.3389/fnins.2019.00604/full?fbclid=IwAR1qnO4L7nI19iAFpx_5bqTgxMlFNr4vCjy0EQ3abqjdpIJU7eIbqxxjC4E
  6. O’Brian, M.L., Herron, M.E., Smith, A.M., & Aarnes, T.K. (2021, September). Effects of a four-week group class created for dogs at least eight years of age on the development and progression of signs of cognitive dysfunction syndrome. Journal of the American Veterinary Medical Association. https://avmajournals.avma.org/view/journals/javma/259/6/javma.259.6.637.xml
  7. Taylor, T.L., Fernandez, E.J., Handley, K.N., & Hazel, S.J. (2023, Dezember). Non-pharmacological interventions for the treatment of canine cognitive dysfunction: A scoping review. Applied Animal Behaviour Science. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0168159123002691

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